tCSD 2010

Transgenialer CSD am 26.06., Start 14 Uhr am Rathaus Neukölln, Abschlusskundgebung am Heinrichplatz in Kreuzberg.

Redebeiträge
Aufruf

Redebeiträge

Wir dokumentieren hier die Redebeiträge des Transgenialen CSD 2010; für die Inhalte sind die jeweils Vortragenden verantwortlich.

GLADT | Autotrans | Budapester Pride | Tauwetter | Transgender Europe | Stopp Trans Pathologisierung 2012 | Gegen Pro Deutschland | Verleihung des GOLDENEN STÜCK SCHEISSE AM BAND | Integration – nein, danke! | Schwarzer Kanal | Scherer 8 | Queeres Bündnis Walter Tróchez | Volksbegehren Wasser | Ruth


Gemeinsam für Akzeptanz – Mariannenplatz gegen Lesben-, Schwulen- und Trans-Feindlichkeit
Von GLADT e.V.

Jedesmal, wenn es Übergriffe auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Berlin gibt, ist das Medieninteresse groß. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass Trans- und Homophobie ein Problem der Gesamtgesellschaft ist. Lesben, Schwule und Transidente dürfen mit diesem Problem nicht allein gelassen
werden!!

Bisher gibt es jedoch nur isolierte Reaktionen, wie z.B. spontane Demos, nach schwerwiegenden körperlichen Angriffen. Was fehlt, das sind wirksame Strategien, um im Vorfeld auf lokal unterschiedliche Erscheinungsformen von Diskriminierungen zu reagieren.

Solche Strategien wollen wir in unserem Projekt „Gemeinsam für Akzeptanz – Mariannenplatz gegen Lesbenfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit und Transfeindlichkeit“ entwickeln.

In unserem Gebiet hier gibt es verschiedene queere Szeneorte. Trotzdem kommt es auch hier zu unterschiedlichen Diskriminierungen gegenüber queeren Personen. Wie überall leben auch in Kreuzberg die Menschen eher nebeneinander her als miteinander.

Und das ist Mist. DAS wollen und müssen WIR gemeinsam ändern!

Um Akzeptanz und Anerkennung für unterschiedliche Lebensentwürfe und Lebensweisen zu schaffen, kommt es auf Gegenseitigkeit an. Aktionen wie „Kiss Kiss“, wenn wieder irgendwo Lesben, Schwule oder Trans* ausgegrenzt werden, beruhigen vor allem das gute Gewissen derer, die zum Knutschen anreisen. Aber es ist doch klar, dass Homophobie und Transphobie nur dann erfolgreich entgegengewirkt werden kann, wenn diese Arbeit an unseren Lebens- und Alltagsrealitäten hier vor Ort orientiert ist.

Deshalb wollen wir in unserem Projekt „Gemeinsam für Akzeptanz“ die Probleme, die es HIER rund um den Mariannenplatz gibt, GEMEINSAM mit anderen lokalen Akteur_innen anpacken und gemeinsam handeln!
Judith Butler hat bei ihrem Vortrag neulich hier in Berlin gesagt, dass queere Politik bedeuten muss, Trans* genauso wie die Burka als Lebensweise zu bedenken – das heißt wir müssen allesamt versuchen, einander in unserem jeweiligen Selbstverständnis ernst zu nehmen, zu respektieren, statt immer nur eigenes Gutmenschentum zur Schau zu stellen. Wir wollen lieber Vorgehensweisen entwickeln, in denen unterschiedliche Gruppen in unserem Quartier in ihren eigenen Lebensrealitäten berücksichtigt werden. Wir arbeiten eng mit Kindertageseinrichtungen, Jugendlichen, Eltern, Senior_innen, Gewerbetreibenden und weiteren Anwohner_innen zusammen. Wir überlegen gemeinsam, wie die unterschiedlichen Gruppen Trans- und Homophobie und Rassismus gleichermaßen bekämpfen können.

Was wollen wir also erreichen?

Wir wollen erreichen,

  • dass eine Sensibilisierung für Trans- und Homophobie erfolgt und diesen entschlossen entgegengetreten wird.
  • dass die unterschiedlichen Diskriminierungen, nicht nur die gegenüber queeren Leuten, deutlich abnehmen.
  • dass Lesben, Schwule und Trans*-Personen gestärkt werden, so dass sie
    in ihrem Alltag wirksame Strategien gegen (Mehrfach-) Diskriminierungen und Gewalt anwenden können

Wir wollen erreichen, dass hörbare und sichtbare Veränderungen im Bezug auf Anerkennung von Unterschiedlichkeit entstehen und es hier einen respektvollen Umgang im alltäglichen Miteinander gibt!
Gemeinsam für Akzeptanz – für eine emanzipatorische Gesellschaft frei von Diskriminierungen jeglicher Art!

Kontakt: caro.koehler[at]gladt.de


Redebeitrag von Autotrans

Transphobe Verhältnisse
Die meisten westlichen Gesellschaften kennen nicht mehr als zwei Geschlechter. Bei Geburt wird Personen entweder das weibliche oder das männliche Geschlecht zugewiesen.
Zum Teil werden schon im Säuglingsalter operative Zwangsnormierungen durchgeführt.
Wollen Personen in einem anderen, als dem ihnen zugewiesenen Geschlecht leben
und dafür medizinische und therapeutische Maßnahmen in Anspruch nehmen, müssen
sie angeblichen „Expert_innen“ glaubhaft machen, dass sie unter einer sogenannten
Geschlechtsidentitätsstörung leiden.

„Geschlechtsidentitätsstörungen“ werden seit den 80iger Jahren im Krankheitskatalog der Weltgesundheitsorganisation als psychische Krankheit aufgeführt. Trans*-Personen werden somit pathologisiert und psychiatrisiert.

Für die Personenstandsänderung, das heißt die Anpassung des Geschlechtseintrages im Geburtsregister und der Geburtsurkunde, schreibt das Transsexuellengesetz vor, dass Trans*-Personen sich sterilisieren lassen müssen. Bei Transmännern wird sogar die komplette Entfernung der „inneren Geschlechtsorgane“ verlangt. In Deutschland wird Trans*-Personen der Zugang zu allgemeinen gesellschaftlichen Ressourcen,
wie medizinischer Versorgung, Wohnen, Arbeit, Schule, Heiraten beziehungsweise Eintragung einer Lebenspartner_innenschaft erschwert. Was für Cis-Personen, also Nicht-Trans*-Personen, selbstverständlich ist, wird Trans*-Personen abgesprochen.

So bekommen Cis-Personen zum Beispiel ohne Probleme eine benötigte Hormontherapie, während Trans*-Personen ein psychiatrisches Indikationsschreiben benötigen. Da es in Deutschland den Schulzwang gibt, müssen sich junge Trans*-Personen 10-11 Jahre in einer stark heteronormativ und zweigeschlechtlich strukturierten Umgebung aufhalten. Sie sind betroffen von zusätzlichen Diskriminierungen und physischer
und psychischer Gewalt von anderen Schüler_innen und Lehrer_innen, da es auch in der Schule kaum Wissen zu Trans* gibt.

2008 wurden laut Transgender Europe weltweit 121 ermordete Trans*-Personen gemeldet. Von Januar bis Juni 2009 wurden weitere 83 Morde bekannt. Die tatsächliche Anzahl der Morde an Trans*-Personen ist um ein vielfaches höher, da die meisten Morde gar nicht gemeldet werden oder deren transphober Zusammenhang nicht benannt wird. 2008 fand auch ein Mord an einer Transfrau in Deutschland statt. Am 24. Juni wurde die 31 Jahre alte Silvana Berisha in ihrer eigenen Wohnung in Hamburg erstochen.

Verschränkte Machtverhältnisse
Die gesellschaftliche Marginalisierung von Trans*-Personen wird noch stärker,
wenn verschiedene Diskriminierungsformen zusammenwirken.

Ein Faktor ist zum Beispiel das Alter. So wird älteren Trans*-Personen oft der Zugang zu von ihnen gewünschten Therapiemaßnahmen, wie zum Beispiel geschlechtsangleichenden Operationen oder Hormone, verweigert. Auch für junge Leute ist, je nach Alter und Situation, der Zugang zu medizinischer Behandlung schwierig bis unmöglich. Die gesellschaftlichen Ausschlüsse und Diskriminierungen verstärken sich noch weiter, wenn eine Trans*-Person keinen deutschen Pass hat, einen prekären Aufenthaltsstatus hat, illegalisiert ist oder deutsch nicht die erste Sprache ist. In deutschen Flüchtlingsheimen,
Erstaufnahmezentren und Abschiebeknästen leben auch Trans*-Personen in zweigeschlechtlich aufgeteilten Räumen und in sozialer Isolation. Sie können sich meist nicht outen, leben in ständiger Gefahr geoutet zu werden und erhalten keine angemessene medizinische Versorgung.

Ein aktuelles Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen sind die Ereignisse in der Schöneberger Frobenstraße. Hier gibt es seit langem einen Straßenstrich von Transfrauen. Viele der Frauen, die dort arbeiten erleben tagtäglich Mehrfachdiskriminierung hautnah: als Trans*-Personen, als Frauen, als
Sexarbeiterinnen, als Migrantinnen und Women of Color. Zum Arbeitsalltag gehört für sie exotisiert und verbal und körperlich angegriffen zu werden. Wiederholt wurden die Frauen mit Baseballschlägern und Eisenstangen angegriffen.

In der Nacht vom 5. auf den 6. August 2009 musste eine Trans*-Sexarbeiterin nach einem Messer-Angriff mehrere Woche im Krankenhaus verbringen. Am 4. September 2009 fand schließlich unter dem Mpotto „Stoppt die Gewalt gegen Sex-Arbeiterinnen in der Frobenstraße“ eine Kundgebung statt. Das Problem der gewalttätigen Übergriffe ist nicht gelöst. Laut Auskunft von Subway hatte sich die Lage zwar etwas beruhigt, was aber hauptsächlich daran liegt, dass im Winter die Übergriffe generell zurückgehen.

Trans* und Knast
Im Knast verschärfen sich gesellschaftliche Gewaltmechanismen wie Transphobie und Sexismus zusätzlich. Dort gibt es eine noch striktere zweigeschlechtliche Einordnung als außerhalb der Mauern. Es gibt keine Möglichkeit sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuzuordnen.

Nach Paragraph 140 Absatz 2 Strafvollzugsgesetz verbüßen „Frauen“ eine Strafe im Frauenknast, „Männer“ im Männerknast. Das heißt, dass Trans*-Personen, wenn sie (noch) keine Personenstandsänderung haben, dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht entsprechend in den Knast kommen. Und dies selbst dann, wenn sie schon die Vornamensänderung hinter sich haben. Transfrauen landen also im Männerknast und Transmänner im Frauenknast. Schon diese falsche geschlechtliche Zuweisung ist eine Form von Gewalt. Nach der Personenstandsänderung werden Trans*-Personen in den Knast ihres gewählten Geschlechts gesteckt. Damit lösen sich aber nicht alle trans-spezifischen Probleme im Knast. Zusätzlich zu der Gewalt, der alle
Gefangen ausgesetzt sind, erfahren Trans*-Personen häufiger physische Gewalt – oft auch in sexualisierter Form. Um Trans*-Personen im Knast vor Übergriffen seitens der Mitgefangenen zu schützen, werden sie oft von diesen isoliert. Isolationshaft zieht oft langfristige, chronische gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich.

Hinzu kommt, dass eine angemessene medizinische und psychologische Versorgung für Trans*-Personen meist nicht vorhanden ist. In der Regel dürfen Trans*-Gefangene nicht die Kleidung ihres gewählten Geschlechts tragen, können keine Vornamens- und Personenstandsänderung machen und erhalten nicht die benötigten Hormone und Operationen.

Smash Transphobia!

Für die sofortige Abschaffung des heteronormativen Zweigeschlechtersystems!

Nieder mit der Unterdrückung durch geschlechtliche Zuweisungen und allen anderen Unterdrückungsformen!

Knäste zu Baulücken!

Kontakt: autotrans[at]lists.aktivix.org

Fronttranspi TCSD 2010

Solidarität mit der Budapester Pride 2010
Hallo, wir sind von der Initiative „Solidarität mit der Budapester Pride 2010“.

Der europäische Rechtsruck hat sich kürzlich auch in Ungarns Parlament manifestiert. Seit den letzten Wahlen 2010 ist neben der rechtskonservativen Partei Fidesz auch die neofaschistische, ultranationalistische Partei Jobbik mit über 16 Prozent im Parlament eingezogen. Es keimt ein gefährlicher Rechtspopulismus auf. Dieser
schafft immer mehr Raum für homo- und transphobe Übergriffe. Linke Bewegungen und alternative Lebensformen verlieren zunehmend ihre Legitimation. Dass heißt, offene Diskriminierung und Hetze gegen jüdische Menschen, Roma, linkspolitische Strömungen und sogennante sexuelle Minderheiten sind in den letzten Jahren in der ungarischen Gesellschaft damit immer spürbarer geworden.

Diese Entwicklung lässt sich auch an der öffentlichen Wahrnehmung der Budapester Pride nachzeichnen. Diese besteht bereits 15 Jahre wurde aber in den letzten drei Jahren von Neonazis und rechtsorientierten Bevölkerungsteilen immer offener attackiert und sogar zum Großkampftag neofaschistischer Gruppen ernannt.

Die Organisator_innen der Pride rufen daher nicht nur zu internationaler Solidarität, sondern auch zur Unterstützung aus allen demokratischen Spektren auf. Wir haben deshalb eine Infotour gestarten, berichten von unseren Erfahrungen der Pride 2009, rufen auf, sich zu solidarisieren und wollen gemeinsam mit möglichst vielen Menschen vom 9. bis 11. Juli zu der Budapester Pride 2010 zu fahren. Wer Lust hat, mitzufahren oder mehr zum Thema zu erfahren, kann uns entweder heute einfach ansprechen, zu einer unserer Veranstaltungen kommen – zum Beispiel der Infoveranstaltung inkl. SoliVokü in der Zielona Gora am 1.7. um 20 Uhr, oder uns auch eine Mail schreiben an: budapestpride2010[at]riseup.net.

Oder schaut auf unserer Internetseite vorbei: www.myspace.com/solidaritaetmitbudapest

Wir sagen: Solidarität mit Budapest! Keinen Fußbreit den Faschisten!
Gemeinsam gegen Homo- und

Transphobie! Gemeinsam für freie Lebens-
und Liebesvielfalt in Ungarn und überall!

English version: Hello, we founded the group „solidarity with Budapest Pride 2010“. Recently, the rightwing backlash in Europe came to the fore in the Hungarian Parliament. Discrimination be it misanthropic agitation or downright violence – against nonheterosexualidentified minorities increased rigorously in the Hungarian Society over the past few years.

This reactionary development can be illustrated regarding the Budapest Pride Parade, the annual parade claiming acceptance of gay, lesbian, bisexual and transgender people. In its 15yearold history, the previous three parades were clouded by violent attacks from neonazis, strongly supported by rightist parts of the public. The organisation team of the Pride calls for support from the international community and all demokratic groups. Therefore, we started a tour with infoevenings, where we inform about the political situation and share our experiences we gained at the Budapest Pride 2009. Even more important, we want to support the Pride directly and go to Budapest from the 9th till 11th of july. But we’d love to find still more people willing to take their solidarity to the streets and join us this year for the Budapest Pride. We organize a bus tour to Budapest and still have space – if you would like to join us – just contpact us today during the tcsd or by mail under: budapestpride2010[at]riseup.net.

For further information – have a look at www.myspace.com/solidaritaetmitbudapest.
Show your solidarity with Budapest Pride 2010! Reclaim Hungarian Streets
Smash Homo- and
Transphobia worldwide!
Thank you!


Redebeitrag von Tauwetter

Allein in Berlin leben zwischen 350 und 700 Tausend Frauen und zwischen 80 und 160 Tausend Männer, die als Mädchen oder Jungen sexuell missbraucht wurden. 30 % aller schwulen Männer haben Erfahrungen als Opfer sexualisierter Gewalt machen müssen, entweder als Junge, oder während des Coming Out oder als homophobe Gewalt oder in der Partnerschaft.

Bei lesbischen Frauen berichtet jede 5. wegen ihrer Homosexualität Opfer sexualisierter Gewalt geworden zu sein. Das Ausmaß sexualisierter Gewalt gegen Transgender und Intersexuelle liegt nach Einschätzungen aus der Praxis noch mal höher. Was ist das für eine Gesellschaft, in der permanent, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute Menschen begrabscht, befummelt, belästigt, beleidigt oder vergewaltigt werden?

Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von unbeabsichtigten sexuellen Grenzverletzungen aus Unkenntnis oder ähnlichem. Ich rede von sexueller Gewalt, beabsichtigten mutwilligen Handlungen, davon es Täter Menschen fertig machen um sich selber zu erhöhen und sich besser zu fühlen. Ich habe von Tätern geredet, es gibt auch Täterinnen, zwischen 5 und 25 %, je nach Gruppe, aber der Übersichtlichkeit wegen nehme ich hier mal die männliche Sprachform, das ist in bestimmten Kreisen ja sonst auch so üblich.

Wir erleben es immer noch, dass die Realität sexueller Gewalt verleugnet wird. Da werden aus Priestern, die gezielt vorgehen und andere erniedrigen, um selber einen Kick zu kriegen, arme kranke Pädophile denen von dem guten Herrn Professor in der Charite geholfen wird. Da schwingen sich Bischöfen, die jahrzehntelang vertuschen und ihre schwarzen Schäfchen hüten, rückhaltlose Aufklärer, denen die Opfer so leid tun. Da erklärt ein Familienministerium, in dem sämtliche Fachleute zum Thema sexuelle Gewalt rausgeschmissen worden sind, sich zur Speerspitze des Kampfes gegen sexuellen Missbrauch. Da sitzen an einem runden Tisch, der klären soll, was gegen sexuelle Gewalt geschehen muss, Berufslobbyisten aber keine einzige und kein einziger Betroffener. Sexuelle Gewalt bedeutet für die Betroffenen, dass Ihnen ihre eigenen Interessen und Ziele, ihr eigener Wille aberkannt wird. Er zählt einfach nicht. Im Grunde wird ihr Mensch-Sein negiert und sie werden auf einen Gegenstand ein Objekt reduziert. So wie wir Betroffenen aktuell in den Medien benutzt und von der Politik behandelt werden, so wie die Kirchen und die Gesellschaft mit Betroffenen umgehen, machen Sie uns erneut zum Objekt. Es wird meines Erachtens Zeit endlich dagegen was zu unternehmen. Das geht aber nicht, wenn jede und jeder sexuele Gewalt auf ein Problem reduzieren, was individuell in der Einzeltherapie bearbeitet werden sollte. Sexuelle Gewalt ist ein Ergebnis eben jener patriarchalen Dominanzgesellschaft, deren Repräsentanten jetzt so empört tun. Wir brauchen endlich eine breitere Selbstorganisierung von betroffenen. Erste Ansätze dazu gibt es inzwischen, aber sie sind noch viel zu vereinzelt. Wir von Tauwetter diskutieren im Moment mit der Frauenselbsthilfe von Wildwasser im Spätsommer/Herbst ein großes bundesweites Treffen von betroffenen zu organisieren. Ich denke, dass es notwendig ist, dass wir ausloten wie alle, die von sexueller Gewalt betroffen sind, zusammenarbeiten können. Ohne die Unterschiedlichkeit zu leugnen ohne alles mit einer gleichmacherischen Sosse zu berziehen. Und perspektivisch ist mein Traum, dass eine Zusammenarbeit möglich wird mit anderen Gruppen die anderen Formen ausgrenzender Gewalt unterworfen sind. Ich spreche hier als Vertreter von Tauwetter. Wir sind eine Anlaufstelle für Menschen, die als Junge sexuell missbraucht wurden, egal welches Gender sie
heute haben. Wir organisieren Selbsthilfegruppen, beraten und informieren, reden mit Angehörigen und UnterstützerInnen, arbeiten mit Jugendlichen in Schulen, kurz all das, was eine Anlaufstelle macht. Tauwetter gibt es jetzt seit 15 Jahren.

Bis Anfang diesen Jahres hat uns die Politik immer wieder hingehalten, so dass wir keine ausreichende Finanzierung haben. Aktuell sind alle aufgeschreckt und versprechen das Blaue vom Himmel. Aber machen wir uns nichts vor, wenn es nicht gelingt einen gewissen Druck aufrecht zu halten, wird das nichts. Wir sind auf Dauer nicht mehr in der Lage, die Arbeit rein ehrenamtlich aufrecht zu erhalten.

Wenn Ihr also irgendwelche reichen Onkel und Tanten habt, denen im Moment das Herz blutet wegen den armen, armen Opfern: Schröpft sie, denn bis 31. Juli haben wir noch eine Spendenverdopplung laufen, wo jeder gespendete Euro verdoppelt wird.

Und noch eine Bitte habe ich an die Minderheit von euch, die nicht selber Opfer sexueller Gewalt geworden sind: Wenn ihr angesprochen werdet, oder in irgendeinem Nebensatz davon hört, dass jemand in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt hat, guckt nicht peinlich berührt weg oder zergeht vor Mitleid. Behandelt uns einfach normal: Fragt, was wir brauchen, gebt gegebenenfalls die Adressen von Wildwasser oder Tauwetter weiter und traut euch gelegentlich mal zuzuhören. Damit wäre schon viel gewonnen.
Danke

Tauwetter


Beitrag “Transrespekt versus Transphobie weltweit”

Ich bin eingeladen worden, um das “Transrespekt versus Transphobie weltweit”-Forschungsprojekt von Transgender Europe vorzustellen. Und es ist mir eine ganz besondere Freude und Ehre dies hier heute auf dem Transgenialen CSD zu tun. Und zwar weil der TCSD schon im Namen eine 40 Jahre andauernde Geschichtsverfälschung korrigiert. Wir lesen in den Medien immer wieder, dass 1969 in der Stonewall-Bar in der Christopher Street in New York sich Schwule und Lesben zur Wehr setzten und die moderne Homosexuellenbewegung gründeten. In der Tat haben schwule Männer nach Stonewall diesen Aufstand effektiv für ihre Belange genutzt. Aber in der Mehrzahl waren vor 41 Jahren Menschen auf der Strasse, die wir heute als trans und/oder genderqueer bezeichnen. Es waren Transfrauen und Drag Queens wie Sylvia Riveira, Marsha P. Johnson, oder Jayne County. Und es waren FTMs und Vorläufer der Drag Kings wie Stormé Delaverie. Der Grund warum es vor allem Transleute und Genderqueere waren, die tagelang kämpften, ist ganz einfach. Sie hatten am wenigsten zu verlieren. Oder wie es eine der Protagonistinnen von damals erklärt, der Stonewall-Aufstand war einfach eine Weiterführung ihres täglichen Kampfes gegen Repression und Diskriminierung und ihres Lebens auf der Strasse. Viele dieser Stonewall-Kämpfer_innen aus dem Trans-Spektrum verdienten ihren Lebensunterhalt mit Sexarbeit und von denen waren viele afroamerikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft und damit von Mehrfachdiskriminierung betroffen.

Auch 40 Jahre später sind Trans-Leute noch immer von vielfältiger Diskriminierung betroffen. Auch, weil sie am sichtbarsten sind und sich viele nicht verstecken können und sie noch immer pathologisiert werden. In den letzten Jahren gab es allerdings einen wichtigen Wechsel in der Diskussion über Trans-Leute: der Wechsel von der medizinisch-psychologischen Sichtweise hin zu einer Menschenrechtsperspektive.

Trans- und Menschenrechts-Aktivist_innen beklagen jedoch einen Mangel an Information und an Daten über die Menschenrechtssituation von Trans-Menschen. Deshalb hat das europäische Transgender Netzwerk „Transgender Europe“ ein Forschungsprojekt gestartet, welches die Menschenrechtssituation von Trans-Leuten weltweit untersucht.

Es heißt „Transrespekt versus Transphobie weltweit“. Und Ihr findet es im Internet unter WWW.TRANSRESPECT-TRANSPHOBIA.ORG
.

Dieses Forschungsprojekt untersucht die soziale und die rechtliche Situation von Trans-Leuten weltweit. Ein Unterprojekt, das Trans Murder Monitoring-Projekt, erfasst und analysiert systematisch Berichte über Morde an Trans-Personen weltweit.

Die ersten Ergebnisse sind erschreckend. In den vergangenen beiden Jahren wurden mehr als 330 berichtete Morde an Trans-Personen gefunden. Da viele Berichte nicht gefunden werden und viele Morde nicht berichtet werden, gibt es keine Schätzungen über die Dunkelziffer. Die insgesamt 333 berichteten Morde an Transpersonen in den Jahren 2008 und 2009 sind nur die Spitze des Eisberges. Die Realität ist noch viel schlimmer. Dreiviertel aller Morde weltweit wurden für Lateinamerika berichtet.

Europa steht mit 28 berichteten Morden an dritter Stelle. Dabei wurden die meisten Morde aus Italien und der Türkei berichtet. Insgesamt wurden in den letzten 2 ½ Jahren 12 Trans-Personen in Italien und 11 Trans-Personen in der Türkei ermordet.

Auch in Deutschland gab es 2008 zwei Morde an Transpersonen. Und in Berlin gab es sowohl 2008 als auch 2009 gewalttätige, transphobe Attacken auf Trans-Personen. Für Europa hat sich dabei gezeigt, dass viele der ermordeten Trans-Personen, sich ihren Lebensunterhalt mit Sexarbeit verdienen mussten und dass nicht wenige von diesen einen Migrationshintergrund hatten. Dies erinnert an die Situation vor 41 Jahren in New York. Um die Situation aller Trans-Menschen zu verbessern, ist es unbedingt notwendig, auch Armut, soziale Ungerechtigkeiten und Fremdenfeindlichkeit zu thematisieren. Auch in unserer Community.
Vielen Dank.


Stopp Trans Pathologisierung 2012
Liebe Freund_innen, die überarbeiteten Krankheitskataloge der American Psychiatric Assocation und ICD der Weltgesundheitsorganisation sollen bis 2012 bzw. 2014 herauskommen. In ihnen werden trans*** Menschen als psychisch krank denunziert. Die Zuschreibung der „Abnormalität“ von einer starren Zwei-Geschlechter-Ordnung ist eine der Grundlagen einer weltweit verbreiteten Trans-phobie sowie der Zunahme transphober Gewalt. 2009 wurde an jedem 2. Tag eine Trans-Person ermordet. Das Trans Murder Monitoring Projekt zählt 162 ermordete Trans-Personen zwischen 20. November 2008 und 12. November 2009. Die Trans-Pathologisierung erlaubt zudem der Medizin und dem Staat die Kontrolle über unsere Geschlechtsidentität und unserer Körper. Wir haben nur dann ein Recht auf medizinische und rechtliche Schritte der sogen. Geschlechts-angleichung, wenn wir uns als psychisch gestört definieren lassen. Noch immer werden auch Intersexen mit Gewalt (Zwangs-OPs bei Säuglingen) einem binären Geschlecht zugeordnet. Der Menschenrechtskommissar des Europa-Rates erklärte am 29. Juli 2009 auf einer Menschenrechts-Konferenz in Kopenhagen, daß die Pathologisierung von trans* Menschen der Verwirklichung ihrer Menschenrechte im Wege steht.

Die weltweite Kampagne „Stopp Trans-Pathologisierung 2012“ setzt sich für die Entpathologisierung von Trans*-Identitäten ein. 180 Trans-Gruppen sowie ihre Verbündeten in 40 Ländern Europas, Afrikas, Asiens, Nord- und Südamerikas planen einen Aktionstag am 23. Oktober 2010 mit zeitgleichen Aktionen in mehr als 50 Städten der Welt.

Wir fordern:

  1. Streichung der Diagnose „Geschlechtsidentitätsstörung“ aus den Krankheitskatalogen!
  2. Streichung der Geschlechtsnennung in offiziellen Dokumenten.
  3. Abschaffung von Behandlungen binärer Normierung an Intersexuellen
  4. freier Zugang zu Hormonbehandlung & Chirurgie (ohne psychiatrische Vormundschaft)
  5. Förderung von Bildung zum Trans* thema und soziale & berufliche Förderung von Trans*-Menschen

Zur Vorbereitung der Kampagne treffen wir uns am 15 . August 2010, 15 Uhr im New York/Bethanien. Mehr Infos unter www.stp2012.info/de

Danke.

Kontakt: stp2012[at]gmail.com

Stop trans*pathologization 2012
Speech on 26th of june in 2010 – Transgenialer CSD – Berlin Kreuzberg

We are an initiative for the campain against pathologization of trans*people „Stop transpathologization 2012“ by the group Autotrans.

Dear genderqueers, trans*people, genderfuckers, humans & cyberspaced people!

There will be new cataloges of diseases by the American Psychiatric Assocation & the World Health Organisation in 2012 & 2014. They denounce trans* people as mentaly ill. Being labeled so called abnormal by a rigid two-gender-system is the basis of a world wide transfobia & transfobic violence. 2009 every 2nd day a trans*person was killed. The international Trans Murder Monitoring Project counted 162 hate-crimes & killed trans*person between november 2008 and november 2009.

Transpathologization is enabeling the state & the medical system to control our gender identity & our bodies. We only get the right for gendertransition, medical & legal aid if we agree to be defined as mentaly ill. Even now intersex people are submitted to a binary gender system with violenteoperations of babies, without consent.

The human rights commisonar of the EU-Council declared at a Human Rights Conference in Copenhagen that the pathologization of trans*people is against the realization of their human rights.

The world wide campaign „Stop trans-pathologization 2012“ fights for the depathologization of trans*people . 180 transgroups & their allies in 40 countries in Europe, Africa, Asia, North & South Amerika plan an action day on the 23rd of october 2010 with simultanious actions in more than 50 cities of the world.

We demand:

  1. Remove diagnosis Gender-Identity-Disorder from the cataloge of diseases
  2. No gender labels in offical documents
  3. No treatment of intersex in binary normativ systems – stop operations of intersex babies now!
  4. Free access to hormonal treatment & other medical aid without psychiatry
  5. Education about the trans*subject in schools & social & professional support for trans*people

To support the campain come to our meeting on the 15th August 3 pm at the York/ Bethanien.

More info you`ll find on www.stp2012.info/de

Thanks


Redebeitrag gegen Pro Deutschland

Liebe Teilnehmer_innen des transgenialen CSD,
zu Beginn möchte ich mich bei den Mitveranstalter_innen bedanken, die nicht nur im Bündnis gegen den Bundesparteitag der rassistischen Organisation „pro Deutschland“ aktiv mitwirken, sondern mir, stellvertretend für dieses Bündnis, die Gelegenheit eingeräumt haben, hier ein paar Worte zu dem Anliegen der geplanten Proteste zu sagen.

Nun werden sich einige fragen: Was hat nun „pro Deutschland“ mit dem transgenialen CSD zu tun?

Sehr viel! – und ich kann mich an dieser Stelle nur bei Judith Butler bedanken, die mir mit ihrer Begründung der Ablehnung des „Zivilcouragepreises“ schon die entsprechenden Bezüge vorweg genommen hat.

Der Kampf gegen Homo- sowie Transfeindlichkeit und der für die Rechte von Frauen, Lesben, Schwulen und Trans egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund können nicht isoliert betrachtet werden. Ohne eine klar antirassistische Ausrichtung der Arbeit können wir in diesem Kampf keine Fortschritte erreichen oder gar erfolgreich sein. Da hat Judith Butler Recht!

Rassismus muss in seiner Ganzheit, mit all seinen Überlagerungen und Durchmischungen von Merkmalen wie Geschlecht, Religion, Herkunft, sozialem Status oder sexueller Orientierung begriffen sowie bekämpft werden. Hier dürfen wir uns nicht auseinanderdividieren lassen! Lassen wir eine Entsolidarisierung nicht zu! Sie nützt nur jenen, die ausgrenzen wollen!

Zu dessen Nutznießern möchte bald auch „pro Deutschland“ gehören. Deshalb will diese Koalition aus „geläuterten Nazis“, RassistInnen und SozialdarwinistInnen am 17. Juni ihren Ableger „pro Berlin“ auf dem Bundesparteitag im Rathaus Schöneberg in Startposition für die Abgeordnetenhauswahlen 2011 in Berlin bringen.

Wie schon unserem Aufruf zu entnehmen ist, hetzen sie gemeinsam mit rassistischen Parteien wie Vlaams Beelang, Lega Nord, FPÖ sowie in einer Reihe mit Pax Europa, anderen Pro-Bewegungen und Freien Wählervereinigungen gegen MigrantInnen und fantasieren den Untergang des „christlich-jüdischen Abendlandes“ durch eine „schleichende Islamisierung“ Europas herbei. Ihr Konstrukt eines exklusiv „christlich-jüdischen Abendlandes“ zielt mit rassistischen Argumenten darauf ab, über das Feindbild Islam MigrantInnen auszugrenzen. Sozioökonomische und politische Aspekte werden als kaum zu überwindende kulturelle Modelle verschleiert und der Islam als eine Art Vehikel benutzt, um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Sicherheitswahn mit dem Grundrechteabbau zu legitimieren.

So verwundert es auch nicht, dass sie immer wieder die Situationen von Frauen, Homo- und Trans im „Islam“, Kopftuchdebatten oder Ehrenmorde thematisieren. Dass aber gerade nicht Frauenrechte und die Rechte von Lesben, Schwulen und Trans im Mittelpunkt ihrer geplanten «christlich-jüdischen Werteordnung» stehen, offenbarte Patrick Brinkmann, der als Spitzenkandidat für „pro Berlin“ vorgesehen war, mit dem Bedrohungsszenario: „Der Islam verhüllt seine Frauen und treibt europäische Frauen in die Prostitution.“ und schloss dieses mit den Worten: „Der in spätrömische Dekadenz verfallende Klaus Wowereit tut nichts dafür, um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden. Klar, er macht ja selbst mit. Er gehört genau aus dem Roten Rathaus verbannt, wie die Schwulenparaden aus der Stadt. Berlin darf nicht Sodom und Gomorrha werden.“

Schon Ende 2009 noch als Mitglied der DVU äußerte Brinkmann sich in einem Interview zu einer Klage beim Verfassungsgericht gegen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften: „Religiös ist Homosexualität als Norm nicht zu akzeptieren und biologisch ist sie auch Wahnsinn. Wenn man jetzt homosexuellen Paaren die Möglichkeit gibt, Kinder zu adoptieren oder in Lebenspartnerschaften aufzuziehen, dann stellt das eine natürliche Ordnung des Abendlandes auf den Kopf, die ich stets verteidigen wollte… Die Politik ist verantwortlich. Die Schwulen für ihren Defekt nicht – höchstens dann, wenn sie diesen Defekt politisch zur Norm zwingen wollen. Die Politik müsste dafür sorgen, dass Homosexualität nicht als etwas Normales angesehen wird.

Und um seinen Rassismus auch noch einmal deutlich zu machen, fragt er dann: Warum verläuft die Route des CSD nicht durch die multi-kulturellen Zentren von Moabit, Kreuzberg und Neukölln? Die „Demonstration“ für die Gleichberechtigung von Homosexuellen fand genau dort statt, wo sie am wenigsten gebraucht wurde: auf einer mondänen Flaniermeile, die den Touristen und allerlei Prominenz gehört.“

Was aber soll das heißen? Dass Brinkmann in Moabit, Kreuzberg oder Neukölln wohnen müsste?

Ich muss auch nicht betonen, dass sich Brinkmanns Rassismus ganz sicher nicht nur gegen die hier genannten gleichgeschlechtlichen Lebensweisen richtet.

Liebe Teilnehmer_innen des transgenialen CSD,
hier zeigt sich ganz deutlich, wie Ausgrenzungsmechanismen aktiviert und benutzt werden.
Ich dagegen denke, Homo- und Transfeindlichkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Fokussierung auf Muslim_innen lenkt davon genauso ab wie die gebetsmühlenartige Lüge, Rassismus sei ein Problem von Nazis und damit ein sogenanntes Randgruppenproblem. Unabhängig von der inhaltlichen Kritik am CSD war die Route daher durchaus richtig gewählt. Rassismus muss dort bekämpft werden, wo er auftritt, und das tut er leider so gut wie überall.

Unsere Unterstützung muss denjenigen gehören, gegen den er gerichtet ist. Deshalb möchte ich Euch dazu einladen, gemeinsam mit unserem breiten Bündnis am 17. Juli den Rassist_innen zu zeigen, dass wir uns nicht von ihnen gegeneinander ausspielen lassen. Wir akzeptieren weder Homo- oder Transfeindlichkeit noch Rassismus gegen Muslim_innen, noch Antisemitismus. Auch dann nicht, wenn es unter dem Deckmantel einer angeblichen Islamisierung Europas thematisiert wird.

Gleichzeitig sollten wir aber auch nicht akzeptieren, dass Preise für Zivilcourage verteilt werden, während jene, die zivilcouragiert gegen Homo- und Transfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus oder Nazismus aktiv sind, diskriminiert und kriminalisiert werden. Auch hier lasst uns solidarisch sein! Für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller – ohne Nazis und Rassist_innen.

Danke



Verleihung des GOLDENEN STÜCK SCHEISSE AM BAND an Thilo Sarrazin

Wir sind heute als queere Aktive zusammengekommen, um die besonders braun wirkenden Aktivitäten des Thilo Sarrazin in ihrer ganzen, zum Himmel stinkenden Weise mit dem vom Transgenialen CSD verliehenen Goldenen Stück Scheiße am Band zu würdigen:

Seit Jahren hat sich Herr S. hervorgetan in dem offensichtlichen Bemühen, an besonders braune deutsche Traditionen anzuknüpfen in der Kunst des sozialdarwinistischen Volksaufwiegelns, der Pflege des „deutschtümmelnden-nach-unten-Tretens‘ und der rassistischen Aufhetzerei; mit der perfiden Krönung, NS Klischees für die SPD nutzbar zu machen. Als Queers fragen wir uns, ob wir dies als „anders normal “ anzusehen lernen sollen? Ohne uns!

Wie es Herrn S. gelingt, gleichzeitig antisemitische Klischees und islamophobe Hetze als „gesundes Volksempfinden“ zu verkaufen, hat eine einzigartig – bösartige Schärfe. Sein Aufhetzen der, Armut- fürchtenden Mittelschichten gegen ausgegrenzte Harz IVler ist immer diskriminierend in der Motivation, Menschen den emphathischen Bürgersinn auszutreiben und zur sozialen Entsolidarisierung zu erziehen. Dies hat schon einmal in Deutschland zu einem Massenwahn mit mörderischen Ergebnissen geführt. Wir fragen:

Will Herr Sarrazin hier anknüpfen?

Heute fordert in Europa wieder die rassistische, homophobe, transphobe, antisemitische, islamophobe und antiziganistische rechte Gewalt Todesopfer, doch Herr S. fährt fort, seine Medienmacht zu missbrauchen, um stetig die Deutschen mit Aussagen im Stil rechter Rattenfänger rassistisch aufzuhetzen. Herr S. Klassenkampf von Oben fördert eine Normalisierung von Klassismus, Rassismus und Antisemitismus, die wir als Queere Aktive nicht hinnehmen wollen und können! Herr Sarrazin, wir finden das zum kotzen!!!

Das goldene Stück Scheiße am Band hebt ätzend-ekliges Treiben hervor, Herr S. verdiente sie: Als Finanzsenator half er den Berliner Bankenskandal durchzuwinken und mehr Sozialabbau dann zackig durchzusetzen. Auch als Bundesbanker ist Herr S. rührig, den Armen, die weitere Einsparungen auslöffeln sollen, fälschlich Schuld ins Gewissen einzureden, daran dass sie ärmer gemacht werden, damit die Reichen reicher werden können, indem er rassistische Vorurteile schürt. Herr S. nimmt der Demokratie in unserem Lande damit die Luft: Es schockiert uns, das es Herrn S. gelingen konnte, Aussagen zu normalisieren, die zuletzt im NS als Propaganda die Ängste des „kleinen Mannes“ in Deutschland zum Volkssturm gegen die Juden anzufachen geeignet waren, ohne dass ihn die SPD ausgeschlossen hat. Dies ist ein Skandal! !

Wie Herr S. pauschalierend zu behaupten, dass manche ethnische Herkunft mit Dummheit einherginge, ist nach jedem wissenschaftlichen Standard falsch und RASSISMUS. Eine Jüdische „ethnische“ Herkunft zu behaupten (Katholengene?)und diese dazu mit einem höheren IQ als dem durchschnittlichen zu belegen, knüpft dabei nahtlos an die NS Propaganda an, welche genau diese rassistischen und antisemitischen Angststereotypisierungen kreiierte, um den einfachen Mann des Volkes aufzufordern, statt die Reichen zum teilen zu zwingen, sich stattdessen der antisemitischen & rassistischen NS Hetzmeute anzuschließen:

– Es ist dabei unwesentlich, dass die NS Propaganda damals Menschen aus Osteuropa, Asien und Afrika als die “ ethnisch -dummen Untermenschen“ hinstellte, während Herr Sarrazin dies Heute auf Berliner „Türken“ oder „Araber“ anwenden möchte:

Es bleibt dieselbe bekannte Propagandafigur eines völkischen Rassismus.

Und: Genau so bedient Herr Sarrazin mit seiner ethnischen Pauschalierung der „jüdischen Mitbürger als generell intelligenter“ das antisemitische NS Klischee, welches die Angst der deutschen Volksgenossen vor Juden schürte, indem sie die unstudierte Unterklasse vor dem Stereotyp eines als „teuflisch -überschlau“ dämonisierten Judentums erzittern ließ. Dies funktionierte, durch die Propagandalüge einer ‚jüdische Weltverschwörung‘ als Bedrohung durch eine behauptete „erbbedingt hohe Intelligenz von Juden“.

Unwahrscheinlich ist, dass Herr Sarrazin selber dumm genug sei, dass ihm diese Parallelen entgangen sein können!! Es ein bodenloser Skandal, dass er diese Klischees ungestraft erneut zum klingen bringen und zur erneuten Normalitätsbehauptung in der SPD machen darf.

Wir solidarisieren uns mit allen, die Herr Sarrazin versucht abzuwerten und gegeneinander aufzuhetzen! Wir fordern die SPD auf, solches nicht mehr als „normal“ zu sehen und sich endlich von S. zu trennen!


Integration – nein Danke

Die Kampagne ‚Integration nein Danke’ entstand aus der Wut gegenüber dem anhaltenden Rassismus hier in der brd. Ein Rassismus der mittlerweile vielfältige Formen angenommen hat. Wir sind nicht nur entsetzt vom wider erstarken der Neonazis, sondern auch von den RassistInnen an den Schreibtischen, in den Behörden und auch von dem ganz normalen Alltagsrassismus der ganz normalen BürgerInnen. Konkreter Anlass der Gründung war die rassistische Hetze Thilo Sarrazins. Diese Hetzte sticht uns ins Herz.

Was allerdings noch schlimmer ist, ist die stille und teilweise auch laute Zustimmung der Menschen, die Sarrazin bekommt. Wie kann mensch das, was hier abgeht, verstehen. Wie kann man den alltäglichen Rassismus in allen seinen Konsequenzen hier wirklich verstehen.

Der Rassismus ist vielfältig geworden. Und eine wesentliche Form ist das Gerede von Integration. Denn eins ist sicher, eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist damit nicht gemeint. Früher kämpften MigrantInnen für ein friedliches Zusammenleben, gegen rassistische Vorurteile und für gleiche Rechte. Und sie tun es auch heute noch. Aber bekommen haben sie diese eigentlichen Selbstverständlichkeiten nicht. Stattdessen wird ihnen vorgeworfen, bildungsfern und integrationsunwillig zu sein. Wenn heute von Integration geredet wird, dann sehen die SprecherInnen des Integrationsparadigmas defizitäre Subjekte, die sich an eine vorgestellte deutsche Idealnorm anpassen müssen, an die angeblich vollständigen emanzipierten Werte einer als homogen vorgestellten dt. Nation. Was im Gerede von Integration passiert, ist die Verkehrung der Perspektive, es ist das ständige rumopfern der biodeutschen Mehrheitsgesellschaft. Anstatt sich ihre Rassismen einzugestehen, die permanente Ungleichbehandlung die MigrantInnen hier ausgesetzt sind, stellen sie sich in die Position des armen gutwilligen Opfers, dessen Gesellschaft von integrationsunwilligen Subjekten bedroht wird.

Leider ist das Gerede von Integration wirkmächtig und am schlimmsten ist es, wenn Migrantinnen selbst ein Loblied auf die Integration singen. Denn dann wird deutlich, wie sich der Rassismus in die Subjekte einschreibt, wie der Rassismus in ihnen zu wirken beginnt und wie die Menschen den Kakao auch noch trinken, durch den sie täglich gezogen werden.

Es sind aber nicht nur MigrantInnen, die vom gesellschaftlichen Zwang von Integration betroffen sind. Auf lange Sicht werden alle betroffen sein, die sich nicht in die herbei halluzinierte deutsche Idealnorm zwängen lassen wollen. Betroffen werden alle sein, die sich nicht zu Leistungsträgern der Gesellschaft disziplinieren lassen wollen, die sich nicht in eine Hetereonormativität einfügen lassen wollen, alle Menschen, die lieber kritisch denken als zu gehorchen, alle Menschen, die lieber selbstbestimmt leben wollen anstatt sich anzupassen und alle Menschen, die lieber feiern als arbeiten.

Wir machen da nicht mehr mit. Und von mir aus lass sie von Integration weiterreden. Wenn wir aufhören daran zu glauben, wird ihr Gerede bedeutungslos!! Integration nein danke!!!!

Wir fordern:

Gleiche Rechte für alle

Und Antirassismus als gesellschaftlichen Normalzustand

Merhaba arkadaslar,
Irkcilik karsiti platformun yürüttügü „Integrasyon? Nein danke. Irkcilik yerine, esit haklar, firsat esitligi“ kampanyasinin felsefesi hakkinda biraz bilgi vermek istiyorum. Biz, neden integrasyona hayir diyoruz?
1. Integrasyon söyleminin temel varsayimi, yabanci-göcmen veya göcmen kökenli olarak tarif edilenlerin (ötekilestirilenlerin) Almanyadan baska bir ülkeye veya kültüre ait olduklari ve onlarin Alman bilgi ve degerlerinden yoksun olduklari iddiasidir. Ve bu da bir bütünün olusmasini engelleyecek bir sorun olarak tarif edilmektedir.
2. Integrasyon, egemen toplumun temin etmesi gereken esit haklara dayali ekonomik, yasal ve siyasal katilim olmak yerine, ötekilestirilenlerin yerine getirmesi gereken tek tarafli bir kültürel uyum olarak formüle edilmektedir. Yani integrasyon, aslinda asimilasyonunun güzel sözlerle kamufle edilmesidir.
3. Integrasyon „Alman“ kultürünün de dönüsümünü amaclayan karsilikli bir sürec olarak
anlasilmamaktadir. „Alman“ olan norm olarak kalmaya devam etmektedir. Bu kendini, okul bahcelerinde Almancanin zorunlu dil olarak dayatilmasinda, veya partner birlesiminde acikca göstermektedir. Böylece gündelik yasantida diger diller yasaklanmaya, kriminalize edilmeye calisilmaktadir. Bu normun hükmünü kismen burda bu konusmayi türkce yaparak ve dinleyerek kiriyoruz.
4. Ötekilestirilenlerin yapisal olarak esit haklar temelinde ve kendilerinin belirleyecekleri sekilde toplumsal yasama katilimlari engellenirken, toplumsal kaynaklardan dislanmalarinin sebepleri de integre olmadiklari gerekcesiyle mesrulastirilmaktadir. Örnegin oturum izinleri riskli durumdakilerin konut, is, saglik hizmeti almalari kisitlanirken, suc yine kendilerine yüklenmektedir.
5. Alman kimligi kendini sürekli birilerini ötekilestirerek, insanlarin dislanmalari üzerinden
kurmaktadir. Bu sekilde olusturulan Alman kimligi homojen, toleransli, demokratik ve de ötekilere üstün olarak kurgulanmaktadir. Vatandaslik testlerinde gördügümüz gibi, bu sözümona toleransli alman kimligi, bünyesindeki cinsiyetciligi ötekilestirilenlere yansitarak, kendi cinsiyetciligini saklamakta, ve hatta ötekilestirilenlerin üzerinden mesrulastirmaktadir.
6. Integrasyon söylemiyle sorumluluk basasagi edilmektedir. Örnegin Integrasyon-isteksizligi ötekilestirilenlere atfedilmektedir. Oysa tüm bu dislayici zuwanderungsgesetz vb. yasalardan sorumlu olanlarin bunlarin kalkmasi icin ugrasmasi gerekirken, top yine ötekilestirilen bireylere atilmaktadir. Böylece sorumluluk hem egemen toplumdan ötekilestirilenlere hem de yapisal yönlerden bireysel düzeye kaydirilmaktadir.
7. Integrasyon söylemi hem ötekilestirmenin kaynagidir hem de ötekilestirilenlerin aslinda integre olmak zorunda olduklarini, isterlerse de olabileceklerini söylemektedir. Integrasyona-istekli, integrasyona-hazir gibi pozitif anlamlarla bezenen kavramlar da aslinda yapisal irkci ayrimciligi gizlemektedir.
8. Kimin integre olduguna karar verecek tanim yetkisi yine egemen beyaz toplumun tekelindedir ve bu konudaki kriterleri istedikleri zaman ve sekilde degistirebilirler. Dahasi egemen toplum, hem integrasyon önerileri, programlari hem de bunlarin basari ölcütlerini koyup prognoz yapma iktidarina sahiptir.
9. Bu ayricaliklar sayesinde pedagojik ve modernlestirmeci sömürgeci fantaziler hayata
gecirilmektedir.
10. Ötekilestirilenler integrasyon icin ne kadar ugrasirsa ugrassin bu, her daim yüzeysel bir maskaralik olarak anlasilacak, her an takiye yaptiklari itham edilecektir.
11. Ayrica böl-yönet stratejisi ile farkli gruplar birbirlerine karsi kullanilmakta ve ortak bir karsi durus örgütlemelerinin önüne gecilmektedir.
12. Bu yüzden bir perspektif degisikligine ihtiyacimiz vardir: artik noksanlik istina edilen
ötekilestirilenlere odaklanmak yerine, bu isnatlarin kaynagina ve beyaz egemen topluma bakmamiz gerekmektedir
13. Sorun integrasyon kavramini baska bir kavramla degistirmek degildir, mesele bu söylemin ardinda yatan irkci dislamalari görmek ve bunlarin yeniden üretildigi ekonomik, sosyal, politik, kültürel ve insanlar arasindaki iliskilerde müdahil olabilmektir.
Her ne kadar gücümüz ve kapasitemiz kisitli da olsa, amaclarimiz cok daha sinirsiz.
Farkliliklarin ötekilestirilmedigi, insanlarin, dil, din, renk, etnik köken, kültürel- sinifsal cinsel vb.
kimliklerinden veya tercihlerinden dolayi ayrimciliga ugramadigi bir dünyanin mücadelesini yapiyoruz.
Tessekkürler

Kampagne „Integration – Nein Danke!“


Rede des Schwarzen Kanals am t-csd 2010

Der Schwarze Kanal ist – wie viele wissen – ein queeres Wagenplatzprojekt in Berlin, das
sich- seit April – auf einem neuem Gelände in Neukölln befindet. seit jahren standen wir hier am tcsd , und haben zu Unterstützung und Solidarität mit unserem Projekt aufgerufen, das permanent von Räumung bedroht war.

Das ist jetzt passiert und wir sind wütend aus der Innenstadt geschmissen worden. Fuck
Gentrifizierung und MediaSpree. Allerdings, es gibt auch positives zu sagen.; Nach diesem
jahrelangem Räumungsstress konnte durch direkte Aktionen, wie einer Besetzung im Herbst, ein Ersatzgelände für das wohn- und politprojekt erkämpft werden. vielen dank an diesem Punkt für all eure Unterstützung und Solidarität und die umzugshilfe.

diese neue Situation ermöglicht uns den blick weg von dem erhalt unseres Projekts , verstärkt wieder auf breitere Themen zu richten. all die Themen die für uns als queers und in einer globalen Perspektive wichtig sind wie Bleiberecht für alle überall, der Ausbeutung von Ressourcen und menschen. aktiver widerstand gegen faschistische gruppen und rechten Mainstream. der Bekämpfung von diskrimierung aufgrund von z.b Geschlecht, Hautfarbe oder sozialer Herkunft es gibt keine Gleichheit solange nicht alle gleich berechtigt sind. (danke judith butler)

das Thema des heutigen tcsd heisst „gewaltiger queerer widerstand“ was heisst das für uns? als queers sind wir teil einer breiten internationalen antifaschistischen Bewegung. europaweit sieht sich diese Bewegung mit staatlicher Repression konfrontiert. das ist nicht neu. doch seit einigen jahren nimmt diese repression eine neue Qualität an. terrorparagraphen werden von den nationalen Parlamenten Eu und weltweit verabschiedet:
§129 hier in Deutschland, §278a in Österreich , §391 in Serbien etc. der 129b wird gegen
unsere Genossinnen ohne dt. staatsbürgerschaft eingesetzt.

Mörder Faschisten Antifaschistinnen – als Terroristinnen und Extremist_innen werden wir
vom Staat gleich behandelt. “ Linksextremismus – Rechtsextremismus – wo ist den der
unterschied? Gewalt ist doch Gewalt?“ ist die immer einhelligere Meinung der Allgemeinheit in Deutschland. wenn das die Vorstellung von Extremismus ist, dann sind wir extrem. für uns ist Gewalt wenn der Staat abschiebt, und im Namen der Demokratie tötet. Gewalt ist das menschen wegen Unterernährung sterben. dass das bildungssystem in Deutschland immer noch nach klasse funktioniert. wenn menschen , insbesondere Frauen unterbezahlt arbeiten müssen. wir wollen eine gesellschaft jenseits von kapitalismus, nation, und geschlechternorm.
wir wollen Gemeinschaft und solidarität statt leistung und verwertung leben.
dass innerhalb der antifaschistischen bewegung dieser struktureller sexismus und mackertum benannt und bearbeitet werden muss, ist klar.

„schwuchteln machen doch nur stress“ müssen sich queere antifaschist_innen in serbien
anhören. ihre Antwort war:
„wenn ihr zur homophobie schweigt – dann haltet das maul zum antifaschismus!“
wir sagen als queers in Berlin “ wenn ihr zu Rassismus und faschismus schweigt
dann haltest maul zur Homophonie!“

respect to suspect.
solidarität mit queeren Projekten weltweit.
das Filmfestival entzaubert, findet von 1-4.juli aufm schwarzen Kanal statt
ihr seid herzlich eingeladen mit uns queere filme zu gucken, den neuen platz kennenzulernen und euch ins Projekt mit einzubringen. der sch. Kanal ist nicht nur ein wohnprojekt sondern auch ein politprojekt, das von vielen menschen getragen und gestaltet wird.
danke und noch einen lauten csd.


Redebeitrag der Schererstr. 8

Hallo ihr lieben Menschen!

Wir, einige Leute aus dem linken Hausprojekt Scherer8 in Wedding, wollen hier und heute zusammen mit euch für ein vielfältiges und solidarisches Miteinander-Leben verschiedenster Identitäten kämpfen.

In dieser Gesellschaft, in der wir gezwungen sind, einigermaßen klar zu kommen, obwohl uns an allen Ecken und Enden die Gewalt in all ihren Dimensionen entgegenstrotzt, ist Solidarität und gemeinsame Organisierung das einzige Mittel, um diesen beschissenen Verhältnissen etwas entgegenzusetzen.

Die Realtiät, die uns verkaufen will, dass ein Leben von der Stange Individualität bedeuten soll, dass Vereinzelung und Isolierung Freiheit sei, Krieg doch nur die Absicherung des Friedens meine und Verdrängung und Ausgrenzung nun mal Notwendigkeiten des „allgemeinen“ Fortschritts seien, während die Umwelt an den Rand des Kollaps getrieben wird, ist nicht unsere Realität. Wir wehren uns gegen die Zumutung, nicht selbst enscheiden zu können, wie wir leben wollen. Wir haben die Schnauze gestrichen voll davon, dass sich die ganze Welt nur nach den Bedürfnissen des Marktes richtet, uns Menschen zu Arbeitssklaven und Konsumidioten degradiert und uns in einem bürokratischen System entmündigt und verwaltet. Wir glauben das Märchen des Kapitalismus schon lange nicht mehr und unsere Anwort darauf kann nur Widerstand heissen.

Auch deshalb haben wir uns in einem Haus zusammengefunden, um die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben so gut es im falschen Ganzen eben geht, in die Praxen unseres Alltag zurückzuholen und die Möglichkeiten auszuloten, die ein gemeinschaftliches Zusammenleben bietet. Dass wir dadurch Angriffspunkt von Neonazis sind, ist kein Wunder. In den letzten Monaten wurden wir mehrmals angegriffen. Scheiben gingen zu Bruch, ein Bus brannte, Graffities, Plakate und Aufkleber tauchten vermehrt rund um unser Haus auf. Dies werten wir nicht nur als Angriff auf antifaschistische Strukturen, sondern auch als Angriff auf unseren Versuch, einen Gegenentwurf zu Verwertungslogik, Entsolidarisierung und Konkurrenzkampf zu leben.

Neonazis nutzen diesen gesellschaftlichen Boden um ihre menschenverachtende Politik zu

betreiben und die bestehenden Unterdrückungsmechnismen, wie Sexismus, Homo- und Transphobie, Rassismus und Ausbeutung zu verschärfen. Sie sind kein Randproblem, sondern die Spitze eines Eisberges, der in der Mitte der Gesellschaft fusst. Ihnen den Nährboden zu entziehen, heisst, für eine gesamtgesellschaftliche Veränderung zusammen und entschlossen einzustehen.

Dies kann nur in Solidarität funktionieren. In Solidarität mit allen, die von unterdrückerischen Verhältnissen betroffen sind und sich aktiv dagegen zur Wehr setzen. Wir können solidarisch sein, wir können uns selbst nach unseren Bedürfnissen organisieren. Wir können uns vernetzen und gemeinsam kämpfen.

Lasst uns die Nazis aus den Kiezen jagen und die gesellschaftlichen Missstände gemeinsam beenden!

Und: Besucht linke Projekte und Gruppen! Mit diesem letzten Punkt wollen wir euch auffordern, zu uns in die Scherer8 zu kommen.

Kontakt: katrin – wedding_recherche@riseup.net


Redebeitrag zu Honduras (Queeres Bündnis Walter Tróchez)

Hallo, ich bin vom Queeren Bündnis Walter Tróchez. Wir arbeiten zu Honduras, einem Land in Zentralamerika, in dem letztes Jahr ein Militärputsch stattgefunden hat. Nach dem Putsch hat es massive Gewalt auch gegen Transgender und Schwule gegeben, 19 wurden ermordet.

Unter den Toten waren auch drei queere Aktivist_innen verschiedener Organisationen: Montserrat Maradiaga / (Elder Noe M.) Colectivo Travesti, Transgénero y Transexual (ermordet am 10. Okt 2009 in San Pedro Sula, der 2.größten Stadt von Honduras) Marco Tulio Aguilar / Colectivo Violeta (erschossen am 06. Dez, Tegucigalpa) Walter Tróchez / MR-Organisation CIPRODEH (Centro de Investigación y Promoción de DD.HH.) tätig im Bereich Prävention und Versorgung von HIV-Infizierten (erschossen am13. Dez Tegucigalpa). Dutzende weitere Menschen wurden ermordet, weil sie Teil der linken Widerstandsbewegung gegen den Putsch waren. Ermordet wurden Menschen aus Gewerkschaften, der studentischen Bewegung und Bauernorganisationen, es starben Menschenrechtsaktivist_innen und kritische Journalist_innen. Die Widerstandsbewegung lässt sich jedoch nicht unterdrücken und setzt sich für die Aufklärung der Verbrechen des letzten Jahres ein.

Der Putsch wurde von den wirtschaftlichen Eliten des Landes zusammen mit den Militärs geplant und durchgeführt. Beifall erhielten sie von der Liberalen Internationale, einem Parteienzusammenschluss, dem auch die deutsche FDP angehört. Deren politische Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, hat den Putschpräsidenten Micheletti unterstützt. Vor Ort in Honduras – und auch hier.

Aus einer queeren Perspektive solidarisieren wir uns mit den Menschen in Honduras, die dem Putsch entgegentreten und sich für eine gerechte Gesellschaft einsetzen. Wir rufen euch auf, am Montag, den 28. Juni 2010 um 17 Uhr zur Honduranischen Botschaft zu kommen! Wir wollen der honduranischen Regierung zeigen, dass uns die Menschenrechte von Queers und linken Aktivist_innen in ihrem Land nicht egal sind! Danach präsentieren wir einen Dokumentarfilm, der die Situation nach dem Putsch zeigt.

Kontakt: basti – queeres-buendnis-walter-trochez[at]gmx.de

Rede beim tCSD von der Gruppe „Nationen wegkicken“

Wieder einmal tobt der Fußball-Wahnsinn durch die Straßen und mit ihm auch Nationalstolz und Gewalt. Selbst der kommerzielle CSD hat den Umzug verlegt, um ja kein mögliches Deutschland- Spiel zu verpassen.

Überall werden wieder Nationalfahnen geschwungen und die dazugehörigen Hymnen gesungen, Public Viewing vereint die Menschen in den jeweiligen Landesfarben – und trennt sie damit auch.

Während der Fußball-WM sind alle stolze Angehörige ihres Landes, ohne auch nur im entferntesten an die Auswirkung zu denken. Beim Mitfeiern werden, bei den einen absichtlich, bei den anderen unabsichtlich, sämtliche Schattenseiten eines solchen „Nationalevents“ ausgeblendet – was wohl auch so geplant ist. Vergessen sind Kriege im Wirtschaftsinteresse der Länder (für so eine Aussage musste ja auch schon ein so genannter Bundespräsident gehen), Abschiebungen von Menschen, soziale Ungleichheit, Armut… Diese Liste könnte noch ewig so weitergehen. Doch neben diesen Ausblendungen bringt die Fußball-WM auch direkte massive Probleme mit sich.

Nationalismus, Patriotismus und Rassismus sind erhebliche Begleiterscheinungen dieses angeblich nur sportlichen Events. „Endlich sind wir wieder wer“ ist nur ein beängstigender Satz, der fallen wird.

Auch ein „Wir“-Gefühl, obwohl nur elf, völlig überbezahlte Menschen auf dem Fußballrasen stehen werden, sorgt zwangsläufig zu einer Abgrenzung, in diesem Fall zu Fans anderer National- Mannschaften und somit meist Menschen anderer Nationen. Es gibt Studien, die verdeutlichen, dass während der Fußball-WM ein deutlicher Anstieg von patriotischen Gedanken und daraus resultierend von rassistischen Neigungen bis hin zu rassistischmotivierten Übergriffen zu beobachten ist. Das sollte zu denken geben.

Auch dass die „Männer“-Fußball-WM so viel wichtiger als der gesamte Frauenfußball ist, deutet auf eine sexistische Gesinnung hin. Im Sport werden so genannte Männer immer noch schneller ernst genommen, gerade im Männerdominierten Fußball.

Nicht nur Sexismus stellt ein Problem dar, sondern auch die immer noch anherrschende Homo- und Transphobie im Profi-Sport allgemein und im speziellen im Fußball. Die Zahlen von offen homosexuell lebenden Sportler_innen kann mensch fast an einer Hand ablesen. Und gerade im Fußball gibt es eine nicht zu übersehende homosexuellenfeindliche Stimmung. Inter- und Transsexuelle Menschen und Transgender sind kaum bekannt und wenn dann durch traurige Ereignisse wie die Aberkennung von Medaillen wegen „nicht eindeutiger Geschlechtszugehörigkeit“.

Doch nicht nur hier, sondern vor allem in Südafrika hat die WM negative Auswirkungen. Die Menschen, die für Stadienneubau und reibungslosen Ablauf der WM mit Umsiedlungen, Ausgehverboten und wahllosen Festnahmen zu kämpfen haben, dürfen nicht übersehen werden! So gesehen ist die Fußball-WM ein sehr eindrucksvolles Abbild der kapitalistischen Welt: Die einen gewinnen, erlangen Ehre, Ruhm und Reichtum und die anderen verlieren und werden dementsprechend behandelt.

Wir haben unter dem Motto „Nationen wegkicken – Für eine Welt OHNE Grenzen, Diskriminierung und Nationalstolz“ vom 19. Juni bis heute eine antinationale Aktionswoche ausgerufen, um uns gegen diese Schattenseiten zu wehren und eine klar antinationale Botschaft zu vermitteln. Heute demonstrieren wir zwar im speziellen für die Rechte und Selbstbestimmung von Homo-, Trans- und Intersexuellen Menschen, aber gleichzeitig wollen wir hier auch für eine gesamte freie Welt feiern.

Wir wenden uns hier und heute gegen jede Kategorisierung von Menschen nach irgendwelchen gesellschaftlichen Regeln, gegen die nationalistische und rassistische Hetze, nicht nur zu WM-Zeiten, gegen den Leistungsdruck und jede Gewinner_innen-Verlier_innenlogik, gegen jeden Sexismus oder sonstigen Unterdrückungsmechanismus, der uns verwährt, so zu leben wie wir es wollen. Lasst uns gemeinsam emanzipatorische Freiräume schaffen, in denen wir als Menschen frei leben und lieben können, in denen wir atmen können, in dem Rhythmus, der uns gefällt, in dem wir uns als das wohlfühlen können, was wir sind. Lasst uns diese Orte verteidigen.

Fußball und Leben machen ohne Nationen einfach mehr Spaß und daher gilt: Grenzen einreißen, Nationen wegkicken! Kontakt: Nationen-wegkicken@riseup.net


Wasser gehört in Bürgerhand!
Volksbegehren „Unser Wasser“

Unser Ziel bleibt: Vollständige Offenlegung aller Geheimverträge zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe

Der Beschluss des Berliner Wassertischs ist gefallen: Wir sammeln 170.000 Unterschriften für unser Volksbegehren in der zweiten Stufe vom 28. Juni bis 27. Oktober 2010. Die erste Stufe des Volksbegehrens konnten wir im Frühjahr 2008 erfolgreich abschließen. Danach wollte der Senat die Fortsetzung verbieten lassen, scheiterte aber vor dem Berliner Verfassungsgerichtshof kläglich. Anschließend hatte das Abgeordnetenhaus von Berlin vier Monate Zeit, Stellung zu nehmen. Das Abgeordnetenhaus lehnte es jedoch ab, die Verträge zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe durch unser Volksgesetz offen zu legen und damit die Forderungen des Volksbegehrens „Schluss mit den Geheimverträgen – wir Berliner wollen unser Wasser zurück“ umzusetzen.

Statt den Gesetzestext unseres Volksbegehrens aufzugreifen, will das Abgeordnetenhaus das Informationsfreiheitsgesetz „erneuern“. Eine vollständige Offenlegung aller Geheimverträge wird dadurch jedoch nicht erreicht! Vielmehr wird den Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen immer noch ein viel zu hoher Stellenwert eingeräumt. Die Renditegarantie für die privaten Anteilseigner der Wasserbetriebe – und damit die viel zu hohen Wasserpreise in Berlin – bleibt unangetastet. Der Berliner Senat traut sich an dieses Thema nicht heran, er führt die Bevölkerung in die Irre.

Wir meinen: Um das Ausplündern der öffentlichen Daseinsvorsorge durch private Konzerne (RWE und Veolia) zu verhindern, ist mindestens eine öffentliche Kontrolle notwendig. Da weder Abgeordnetenhaus noch Senat sich hierzu in der Lage sehen, liegt es an uns gemeinsam mit Ihnen, den Berlinerinnen und Berlinern, als „Volksgesetzgeber“ (so der Verfassungsgerichtshof), für Kontrolle, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu sorgen! Wasser gehört in Bürgerhand, nicht in die von profitgierigen Konzernen!
Wir sind überzeugt: Mit Ihrer Hilfe und der Ihrer Freunde, Bekannten, Nachbarn und Kollegen werden wir vom 28. Juni bis 27. Oktober 2010 die vorgeschriebenen 170.000 Unterschriften gewinnen können, um in der Folge den Volksentscheid herbeizuführen!

1999 wurden die Berliner Wasserbetriebe zu 49,9% an RWE Aqua und Veolia Wasser verkauft – die größte Teilprivatisierung in Europa. Die traurige Bilanz: Arbeitsplätze werden abgebaut, Wasserwerke geschlossen und im internationalen Städtevergleich zahlen wir mit die höchsten Wasserpreise.

Ursache dieses Übels sind Geheimverträge mit unverschämt hohen Gewinngarantien, die zu Lasten von uns Bürgerinnen und Bürgern abgeschlossen worden sind.

Wir wollen mit unserem Volksbegehren zur Offenlegung dieser rechtswidrigen Geheimverträge erreichen, dass die Verträge öffentlich und unabhängig kontrolliert werden. Erst hierdurch werden die Voraussetzungen für eine kostengünstige Rekommunalisierung der Wasserbetriebe geschaffen.

Denn: Solange die Geheimverträge nicht angefochten werden, bestehen die Konzerne RWE Aqua und Veolia Wasser auf ihre vertraglich garantierten Gewinne. Daher ist die Offenlegung der Geheimverträge von zentraler, strategischer Bedeutung. In einem zweiten Schritt wird wahrscheinlich ein weiteres Volksbegehren zur kostengünstigen (!) Rekommunalisierung der Wasserbetriebe notwendig sein. Denn von allein wird der Senat nicht aktiv werden. Diese Ziele können wir als kleine Bürgerinitiative nur mit Ihrer Unterstützung erreichen. Bitte überlegen Sie, in welcher Form Sie, Ihre Freunde, Verwandten, Kollegen, Nachbarn unsere Initiative für ein Volksgesetz zur Offenlegung
gegen fragwürdige Geheimverträge unterstützen können.


Redebeitrag von Ruth

Gewaltige Zeiten, gewaltiger queerer weltweiter Widerstand: vernetzt eure Banden !!

Seit dem Finanzcrash 08 ist die unkontrollierte Eigenmacht des globalen spekulativen Finanzmarktes nicht begrenzt worden. Die Politnasen machten bisher bloss heiße Luft und drohen uns nun die Schock Therapie weiterer Verelendung an, statt die Vorherrschaft der Finanzlobbys anzugehen. Letzte Woche ist dies selbst 22 EU Parlamentariern, den Finanzspezialisten aller Parteien, dabei doch zu mulmig geworden: sie verfassten einen Hilferuf. Ihr Alarm galt dem Fakt, dass bezüglich Finanzproduktenhandel dem einseitigen Wirken der Bankenlobbys in Brüssel keinerlei Gewicht entgegen steht. Keine Instanz, um Demokratie durch Transparenz und eine unabhängige Öffentlichkeit zu ermöglichen. Dann erst könne der demokratische Auftragt der Politiker realisiert werden. Allein im Finanzhandel ist es so, dass die Expertengruppe, die die EU Kommission zur Finanzmarktpolitik berät, allesamt aus den Banken selbes kommt. In anderen Bereichen ist dies undenkbar: Die Parlamentarier riefen um Hilfe, weil sie die Demokratie nicht mehr garantieren können. Mensch: Die sagen im Klartext, dass es abgeht,wenn wir nicht rebellieren!

Kreisch:Hilfe !!?: Gewaltiger queerer Widerstand? Wie kommen wir zu mächtigen Bündnissen ? Fangen wir bei uns an, damit es Angela und Guido bei uns plus den anderen Politnasen weltweit einfach die Durchpeitschung der ewig selben sozialdarwin-istischen hetzenden Kacke NICHT gelingt, die sie jetzt auftischen: was die Banken erhielten sollen nun die Hartz IV ler zahlen. gehts noch ? Überall ist es das selbe Rezept: Wie bilden wir für gewaltigen queeren Widerstand wirksame Bündnisse? Denn: jetzt sollten wir als Menschheitchen aber mal in die Gänge kommen, um nach Matriarchaten und Patriarchaten mal erwachsen zu werden und diesen Blödsinn hinter uns lassen!! Ob’s wird, liegt doch an uns, der ärmeren Mehrheit: es uns zusammen nicht weiter bieten zu lassen, wie wir gegen-einander aufgehetzt werden, um weiter ausgebeutet werden zu können, nur damit die reichsten 10 % in Ruhe den Rest des Lebens auf dem Planeten zu Ende verspeisen? Ach nee, das brauchen wir ja nicht!! Das hieße doch dann ja auch, dass es nun zum Ende hin auch wieder richtig totalitär würde, in einem Kampf um die zur Neige gehenden Ressourcen der Erde…..? dat brauchen wir nicht!!

Wo doch zusammen solidarisch und gerechter es uns viel besser ginge, beim noch umzuschalten auf ökologische und sozialere Kreislaufwirtschaftsweisen auf dem Planeten. Das Now How nämlich wäre schon da. Die gute Nachricht ist: wir müßten das nur zusammen auf der Straße mal ne Weile gewaltig stur rüberbringen, dass wir statt dem blöden Kapitalismus, ne Tiefe, Weite und starke Erd-Demokratie endlich mal verwirklicht sehen wollen. Und: Dass, das jetzt andere Prioritäten vorsähe zB. ein Recht der Erde in Form globaler Umweltgesetze, welche sofort die Unternehmen und Finanzmärkte direkt an die kurze Leine zu legen hätte. Zur Verantwortung gezogen gehört, wessen Handeln echte Schäden für die Ökosphäre verursacht!!. Das meint aber auch den Hunger der Vielen Armen beenden zB den durch unseren Ökosprit.Solche Prioritäten, hieße zuerst die Millitär-ausgaben weltweit umzu widmen, damit der Hunger beendet wird, Versorgungslandwirtschaft statt gen- u. Massenproduktion für den Export. Energien wären schnell auf regenerierbare lokale Kreisläufe umzu stellen. Demokratie vor Ort hieße, dass Gewinne aus Elementaren Gemeingüterbewirtschaftungen, wie Wasser und Energie nicht privatisierbar wären, sondern die Sozialen Infrastrukturen mit finanzieren würden. Soziale Rechte weltweit wären zu sichern. Wir brauchen dafür mächtige queere globale Bündnisse von unten, um glocale Prioritäten sozial stark zu machen und deutlich zu machen, dass wir es und uns ändern wollen! Die Parteien fürchten sich da vor, weil sie Macht abgeben müßten. Für diese Revo wolln wa tanzen und möglichst wirksam: zB. sind gerade jetzt in Toronto viele von uns sehr aktiv dabei gegen die Herrschaft der Banken, Konzerne und unkontrollierten Finanzwirtschaft, Zeichen zu setzen, denn in Toronto zeigen sie ihren Widerstand gegen die G8 / G20 Tagung :Kanada hat eine der Regierungen, die zuletzt blokiert hatte, dass die Finanzwirtschaft an den Kosten aus den von ihr gemachten Krisen beteiligt werden solle.

http://g20.torontomobilize.org

http://gipfelsoli.org

warum wir nicht der normale andere CSD sind! : 4 Essencials: was queer meint 1) No Nations also: keine Nationalflaggen (+ keine Parteien). 2) Kapitalismus als zerstörerisches System muss ersetzt werden durch bessere Strukturen: queer heißt dafür stetig international peoples Power zu mobilisieren gegen die Herrschenden Verhältnisse. 3) Patriarchat ist keine echt demokratische Angelegenheit und daher nicht legitim. 4) Rassismus ist viel zu strukturell druchgehend integriert in die Herrschaftsverhältnisse global wie lokal und daher ist die Demokratiebehauptung der Herrschenden anzuzweifeln bis gerechte Verhältnisse hergestellt sind.


Transparent für den Transgenialen CSD 2010

Malen der Transparente für den TCSD

Aufruf 1:

Gewaltige Zeiten!

Die Bundeswehr tötet in Afghanistan. Für ein paar tausend Euro im Monat sind Soldatinnen und Soldaten bereit, andere Menschen umzubringen und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Sie töten, um der Perspektivlosigkeit zu Hause zu entgehen. Soldaten sind keine Helden, ihr Tod hat nichts heldenhaftes, er ist grausam und sinnlos. Die Krokodilstränen könnt ihr euch sparen, wenn sie im Zinksarg nach Hause kommen. Der Krieg ist das Verbrechen, nicht der Protest dagegen.

Gewaltige Zeiten seit hunderten von Jahren – unter der Herrschaft selbsternannter Erziehungsspezialisten der Kirche! Für viele Generationen von Kindern und Jugendlichen, die dem institutionalisierten Wahnsinn der Pfaffen und ihren mächtigen Gelüsten ausgesetzt waren und sind!

Die queere Szene wird konfrontiert mit einem verlogenen politischen Diskurs, in dem Homosexualität alle Jahre wieder mit Pädophilie gleichgesetzt wird.

Gewaltige Zeiten in Europas Straßen und Parlamenten, in denen Neofaschisten dumpfe Wörter ergreifen, „andersaussehende“ Menschen jagen und Steine in die Büros und Wohnhäuser bürgerlicher Parteien und linker Initiativen schleudern!

Gewaltige Zeiten auch auf einem Arbeits- und Wohnungsmarkt, auf dem Profitstreben regiert und jedwede Art von Kündigungsschutz, Mindestlohn oder sozialem Mietpreis von den Mächtigen als Sozialklimbim abgewickelt werden!

Gewaltige Zeiten, in denen die Selbstbedienung durch die Zocker das herrschende Prinzip ist, welches die zerstörerische Plünderung der Erde anpeitscht, die Meere zu toten Ölseen macht und die Erde sich schütteln lässt, um uns abzuwerfen.

Doch in gewaltigen Zeiten müssen die Zyniker in den Führungsetagen auch mit unserem gewaltigen Widerstand rechnen!

Wir solidarisieren uns mit den Verfolgten Iraks, Afghanistans und in aller Welt und fordern: Grenzen auf, Festung Europa! Für freies Fluten der Menschen und das Ende aller Kriege! Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer_innen! Krieg als Mittel der Politik ist zu ächten, Frieden kann nicht herbeigebombt werden!

Wir fordern, jenen, die im sogenannten „europäischen Einigungsprozess“ hierhermigriert sind, Schutz zu bieten und nicht tatenlos zuzusehen, wie sie hier zu Opfern gewaltsamer Übergriffe werden, wie z. B. die Trans* Prostituierten in der Frobenstraße.

Noch immer sind Menschen, die sich nicht in die zweigeschlechtliche heteronormative Welt pressen lassen, von homo- und transphober Gewalt betroffen, sei diese nun physisch oder psychisch. Allein in den letzten zwei Jahren wurden weltweit über 300 Trans*menschen ermordet, und die Zahl steigt.

Wir solidarisieren uns mit allen Projekten hier und anderswo, die dem Profitstreben nicht genügen und deshalb der Verwertungslogik weichen sollen. In Berlin sind das z. B. der Schwarze Kanal, das SO 36 und die vielen Einzelmenschen, die sich auf die Dauer fette Mieten nicht leisten können und der Leistungselite Platz machen sollen in Berlins City! Wir bleiben alle!

Wir solidarisieren uns mit allen Projekten und Einzelpersonen, die wegen ihrer antifaschistischen Positionierung von Nazis angegriffen werden – ob in Wedding, Neukölln, Kreuzberg oder anderswo!

Und wir bekämpfen den alltäglichen Rassismus innerhalb der queeren Szene. Wir fordern den kritischen Umgang mit unseren Statistiken, deren Initiatoren versuchen, Minderheiten gegeneinander auszuspielen und unsere Szene zu spalten!

Und unsere Würde begehrt mehr: einen gewaltigen Widerstand uns zu verbinden mit allen Menschen, die miteinander ihr Recht mit der Erde erkennen, der Gewaltherrschaft der Gangster und Bonzen ein Ende zu setzen.

Gewaltige Zeiten – gewaltiger queerer Widerstand!

Aufruf 2:

Gewaltige Zeiten!

Die Bundeswehr tötet in Afghanistan. Auf Befehl und für Geld sind Menschen bereit, andere Menschen umzubringen und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Soldat_innen sind nicht heldenhaft, ihr Tod ist grausam und sinnlos. Die Krokodilstränen können zu Guttenberg und andere Verantwortliche sich sparen. Der Krieg ist das Verbrechen, nicht der Protest dagegen.

Gewaltige Zeiten seit hunderten von Jahren – unter der Herrschaft selbsternannter Erziehungsspezialisten der Kirche! Für viele Generationen von Kindern und Jugendlichen, die dem institutionalisierten Wahnsinn der Pfaffen und ihren mächtigen Gelüsten ausgesetzt waren und sind. Oft werden queere Menschen mit einem verlogenen politischen Diskurs konfrontiert, in dem Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt wird. Wir wenden uns gegen jede Form von sexueller, psychischer und körperlicher Gewalt! Wir wenden uns gegen die Entmündigung von Menschen! Gegen die Tabuisierung sexueller Gewalt – nicht nur in der Kirche!

Gewaltige Zeiten in Europas Straßen und Parlamenten, in denen Neofaschist_innen und reaktionäre Menschen dumpfe Wörter ergreifen, „anders aussehende“ Menschen jagen und Steine in die Büros und Wohnhäuser bürgerlicher Parteien und linker Initiativen schleudern!

Gewaltige Zeiten auch auf einem Arbeits- und Wohnungsmarkt, auf dem Profitstreben regiert und jedwede Art von Kündigungsschutz, Mindestlohn und sozialem Mietpreis von den Mächtigen als Sozialklimbim abgewickelt wird! Wir haben keine Lust mehr auf diese kapitalistischen Strukturen, die weltweit auch zur Zerstörung der Erde führen. Wir wollen eine Welt in der das ökologische System respektiert wird.

Doch in gewaltigen Zeiten müssen die Zyniker in den Führungsetagen auch mit unserem gewaltigen Widerstand rechnen!

Wir solidarisieren uns mit den Verfolgten Iraks, Afghanistans und in aller Welt und fordern: Grenzen auf, Festung Europa! Für freies Fluten der Menschen und das Ende aller Kriege! Wir fordern, die rassistische Einwanderungspolitik zu stoppen und ein dauerhaftes Bleiberecht sowie Schutz für Menschen, die hierher migriert sind. Kein Mensch ist illegal!

Noch immer sind Menschen, die sich nicht in die zweigeschlechtliche heteronormative Welt pressen lassen, von homophober und transphober Gewalt betroffen, sei diese nun physisch oder psychisch. Nicht zuletzt die gewaltsamen Übergriffe auf die trans*Sexarbeiter_innen in der Frobenstaße haben dies gezeigt. Allein in den letzten zwei Jahren wurden weltweit über 300 Trans*menschen ermordet.

Wir solidarisieren uns mit allen Projekten hier und anderswo, die dem Profitstreben nicht genügen und deshalb der Verwertungslogik weichen sollen. In Berlin sind das zum Beispiel der Schwarze Kanal, das SO 36 und die vielen Einzelmenschen, die sich auf die Dauer fette Mieten nicht leisten können und der Leistungselite Platz machen sollen in Berlins City! Wir bleiben alle!

Und wir bekämpfen den alltäglichen Rassismus innerhalb der queeren Szene. Wir fordern den kritischen Umgang mit unseriösen Statistiken, deren Initiator_innen versuchen, Minderheiten gegeneinander auszuspielen und unsere Szene zu spalten! Homophobie und Transphobie sind keine Probleme von Migration, sondern von gesamtgesellschaftlichen Normen und Machtverhältnissen.

Unsere Würde begehrt mehr: Gewaltige Zeiten – gewaltiger queerer Widerstand!

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Bitte lasst eure Partei- und Nationalfahnen zu Hause! Diese sind auf dem Transgenialen CSD nicht erwünscht. Wir wollen keine Fahnen sehen, weder von Parteien noch irgendwelchen Nationen! Kein Gott, kein Staat, kein Championat!

Ein paar Worte des tCSD-Plenum 2010 zu den sexualisierten Übergriffen am transgenialenCSD

Auf dem tCSD 2010 kam es von verschiedenen Personen zu sexualisierten Übergriffen. Weil es mehrere offene Briefe in Foren gibt, die unseren Umgang mit den Übergriffigen kritisieren, möchten wir gerne ein paar Worte dazu loswerden.

Den offenen Briefen zufolge kam es von Order_innen aus zu relativierenden Äußerungen. Wir nehmen die Vorwürfe ernst und möchten nicht, dass sich jemand alleingelassen fühlt. Es tut uns leid, wenn sich Menschen von uns abgewimmelt gefühlt haben. In Gesprächen hat sich herausgestellt, dass es offensichtlich auch zu einzelnen Missverständnissen kam und Äußerungen nicht so verstanden wurden, wie sie gemeint waren.

Uns ist klar, dass einiges schief gelaufen ist. Daher befinden wir uns plenumsintern gerade in einer Diskussion über den Umgang mit Situationen, wie sie sich in diesem Jahr auf der Demo ereigneten. Klar ist, dass wir einen Einsatz der Polizei/“Staatsmacht“ so weit es geht verhindern wollen. Klar ist auch, dass Menschen, die sexualisiert übergriffig werden, auf der Demo nichts mehr zu suchen haben und wir als Organisator_innen versuchen, deren Ausschluss durchzusetzen. Während der Demo und der Abschlusskundgebung hat es viele Versuche in diese Richtung gegeben. Bei einer solchen Masse an Menschen ist es uns aber nicht möglich, Einzelne ständig im Blick zu behalten.

Leider waren wir mit Ordner_innen unterbesetzt. Während der Demo gab es deshalb mehrmals die Bitte, sich als Ordner_in zu melden. Auch wir hätten uns eine ansprechbarere und belastbarere Struktur für diese Situationen gewünscht. Allerdings sind wir auch der Meinung, dass Ordner_innen keine Hilfspolizei sind und es auch unter Demoteilnehmenden ein Bewusstsein für solche Situationen und Solidarität durch Eingreifen/Hilfe geben muss.

Wir finden es richtig und wichtig, dass Kritik geäußert und veröffentlicht wurde. Wir würden uns aber wünschen, dass Diskussionen nicht ausschließlich über Blogs geführt werden. Das führt häufig zu Missverständnissen. Wir als offene Gruppe mit offenem Plenum würden uns freuen, wenn die Autor_innen (und gerne auch andere Interessierte) mit uns gemeinsam den Umgang mit problematischen Situationen diskutieren. Unser Plenum findet immer mittwochs um 19 Uhr im Cafe Kotti statt.

32 Antworten zu tCSD 2010

  1. Pingback: Eine radikale Geste mit schalem Nebengeschmack « Theorie als Praxis

  2. Gabriel schreibt:

    Ich glaube, ihr verschreckt durch harte und wertende Formulierungen viele Menschen, die eure Anliegen teilen. So auch mich. Die Umstände, die ihr kritisiert, kritisiere auch ich und die Ziele, die hinter euren Sätzen stehen, unterstütze auch ich, aber überzeugt zu eurem alternativen CSD gehen kann ich nicht – weil ihr Worte wählt, die zu hart sind. Lasst doch Fakten sprechen anstatt harter und wertender Worte, die voll sind von Gewalt, Wut und Hass. Und ich kann nicht überzeugt hingehen, weil ihr – wie die Politik, die alle Migranten verteufelt – auch nicht unterscheidet und differenziert denkt. Denn wie nicht alle Migranten schlecht sind, sind beispielweise auch nicht alle Politiker oder alle Kirchenmenschen schlecht.
    Ihr macht die selben Fehler, die auch die machen, gegen die ihr seid. Das finde ich schade und tut mir aufrichtig leid.

    • Martin Burkhardt schreibt:

      Ich kann da Gabriel nur zustimmen: Was sind das denn für Parolen, Schlachtrufe und Kriegsgesänge. Erstaunlich, das sich wirklich ein Orga-Team davon verspricht, Menschen zu solidarisieren. Ich werde auf jedenfall an der Kundgebung teilhaben – aus Überzeugung. Sicher nicht wegen einer solchen (peinlichen) schwarz-weiß/oben-unten/die- und WIR-Malerei. Widerstand?? Die Kraft liegt in der eigenen Kreativität und Überzeugungskraft – aber Widerstand – das ist mir wirklich zu passiv. In dem Sinne: ich freue mich auf einen positiven lust- und gehaltvollen TCSD mit vielen schönen und inspirierenden Eindrücken! Voilà!😉

    • haraway schreibt:

      Ich gebe Gabriel 100% meine Zustimmung.
      Butler hat schon vor Jahren von der Gewalt der Sprache gesprochen…und leider wird auch hier in einer Sprache gesprochen, die (ab)wertet, polarisiert und die im nicht-differenzieren selsbt die Fakten schafft, die sie vorgibt zu kritisiere.
      Schade. Denn inhaltlich und in der Richtung bin ich „voll dabei“. Aber nicht mit dieser Gewaltsprache, denn Sprache selbst ist und erzeugt Realität.

    • Thomas schreibt:

      Ich glaube ein wenig Aufschrecken kann auch gesund sein. Wir werden durchaus zu einem opportunen biederen Völkchen erzogen, dem klare Worte immer nicht angemessen zu sein scheinen. Ich kann den Kommentatoren so nicht zustimmen! Natürlich ist darin eine Wut ausgedrückt, die man spüren kann wenn man sich mit den einzeln beschriebenen Verhältnissen auseinandersetzt. Aber zum Glück wird das Wort erhoben! Ich bin dankbar wenn diese Dinge angesprochen werden und frage mich wie man sie in einem Aufruf denn so viel gemäßigter machen will. Mit Wischi- Waschi kommt man da nicht weiter. Wir müssen aufpassen das wir die Dinge auch noch ausprechen dürfen! Die Talkshows der letzten Jahre haben dafür gesorgt, das ein spontanes Wort, ein wütendes Wort nicht mehr en vogue ist. Immer schön an die biederen Richtlinien halten. Damit wird aber viel unterdrückt, was auch seine Berechtigung haben muss.
      Ich fand selten etwas so erschreckend und das ist milde ausgedrückt, wie der Auftritt Guttenbergs bei der Beerdigung der Soldaten. Wo er seine Tochter zitiert, die gefragt haben soll ob sie denn stolz sein dürfe auf die Soldaten. In dieser Rede war so viel Lüge und Widerlichkeit zu spüren. Es gab keine kritische Presse darüber. Das gehört für mich zu dem Ungeheuerlichsten, das in den letzten Jahren passiert ist. Es ist eine Entscheidung Soldat zu werden. Und diese Entscheidung kann ich nur bedauern! Von Stolz kann hier nicht die Rede sein. Nur von Sinnlosigkeit und Verzweiflung. Es ist vielen im Grunde klar und zwar gerade denen die mehr damit zutun haben. Selbst Guttenberg wird klar sein: Krieg ist Business. Man muss schon aufpassen was man macht, wenn man das auch noch rechtfertigt!

    • Cornel schreibt:

      Hallo,
      eigentlich hatte ich vor, morgen zum TSCD zu gehen….aber nachdem ich Eure diversen Aufrufe hier gelesen habe…frage ich mich…ob ich das noch machen werde, denn ich habe keine Lust, mich politisch instrumentalisieren zu lassen.
      Soviel Undifferenziertheit und Plattitüden wie in Euren Aurufen hier kennt man sonst nur aus dem gaaaanz rechten Spektrum, das die Welt auch nur in schwarz/weiß zeichnet. WAS soll DAS?
      Seid Ihr hier auf Wählerfang für die „PDS/Die Linke“ oder habt Ihr den Anspruch , legitime Interessen der schwul/lesbischen/transgender-Community zu vertreten und auf Mißstände aufmerksam zu machen?
      Ich will gerne auch ein Beispiel geben für Eure unerträgliche Flachheit:
      „Die Bundeswehr tötet in Afghanistan. Für ein paar tausend Euro im Monat sind Soldatinnen und Soldaten bereit, andere Menschen umzubringen und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.“
      Man kann zu dem Einsatz der Nato/BW stehen wie man will…aber dem einzelnen Soldaten reine Mordgelüste zu unterstellen ist eigentlich ziemlich unerträglich!

      Ich hoffe, Ihr geht etwas in Euch….provozieren ist zwar gut…aber sollte auf einem höheren Niveau geschehen als dumpfe linke Stammtischparolen nur zu wiederholen!

  3. hartlieb schreibt:

    Ich möchte mich der Aussage der Gabriel anschließen – als ich Euern Text laß, emfand ich genauso.

  4. blauwal schreibt:

    ich schließe mich meinen vorrednern an und bin erfreut darüber, dass es noch kritische meinungen gibt. das judith butler den preis abgelehnt hat ist toll, keine frage, aber das für „diese“ seite zu nutzen, auf die teilnehmer und veranstalter mit dem finger zu zeigen und zu sagen „seht doch, was für schlechte menschen ihr seid“ ist unnütz und zeugt von schwarz-weiß denken. lasst doch die menschen zum kommerziellen csd gehen, es ist ihre entscheidung. und darum geht es doch auch, selbst zu bestimmen. die menschen, die dem kommerziellen wahn verfallen sind trotz alledem auch menschen und mit sicherheit auch schwul, lesbisch, trans und hetero. es ist eine masse von menschen, die die welt anders sieht, die anders ticken. man kann das blöd finden und meinung dazu äußern, aber im endeffekt ist es wichtig auch das zu tolerieren.
    zum thema bundeswehr ist zu sagen, dass eine ausmusterung nicht so einfach zu erreichen ist. nicht alle soldaten in afghanistan, irak usw. finden es geil ne waffe zu tragen, menschen zu erschießen und sich dauernd in einem furchtbaren kjriegsszenario zu befinden. ich weiß nicht, ob ihr euch die psychische belastung vorstellen könnt, das sind teilweise sehr junge männer, die garantiert nicht schon seit der pubertät von knarren und abknallen geträumt haben. da ist euer text doch sehr polemisch und sehr einseitig. um wirklich kritisch sein zu können muss man auch alle seiten betrachten können und auch TOLERANT sein. das ist wichtig für ein miteinander und auch um etwas bewegen zu können. nur parolen und aufgeblasene polemik führt zu nichts, ausser dass man sich unter seinesgleichen versteht und ist grob gesehen nichts anderes, als das was die rechten und homo-transphobiker erzählen!
    ich hoffe auf einige gute beiträge auf dem transgenialen csd und natürlich auch auf etwas spass.
    ps. ich weiß die arbeit der gruppen für den tcsd zu schätzen und bin froh, dass es das gibt, aber etwas mehr fundiert kritisches und etwas weiter über den tellerrand gucken würde ich mir wünschen.

    • Thomas schreibt:

      Es gibt keinen einzigen Grundwehrdienst leistenden Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz. Es ist ein aktiver Vorgang, am Krieg beteiligt zu sein. Freilich lässt sich streiten, ob sich nicht wenige Soldaten aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten „gezwungen“ sehen, sich ihren Lebensunterhalt als aktiven Kriegsteilnehmer zu sichern, im Rahmen der Wehrpflicht geschieht es jedenfalls nicht.

      • draco schreibt:

        Ich schliesse mich der Kritik zwar an, auch wenn ich ein wenig aufrütteln wichtig finde. Gerade in Berlin sieht es ja mittlerweile so aus, dass beim weichgespülten CSD sich die meisten nur noch dafür interessieren breit und/oder angetrunken durch die Strassen zu ziehen und wenn die Abschlusskundgebung beginnt versuchen die politisch so interessierten Schwulen (die Lesben sind da politisch standhafter) so schnell wie möglich den kennengelernten Kontakt mit nach Hause zu nehmen, oder eine Party zu finden die die Zeit überbrückt bis die Bars und Clubs aufmachen.

        Mein Eintrag solle ja aber eine Antwort auf den vorigen sein. Da wollte ich nur bemerken das der Mottoaufruf sich textlich nirgendwo auf Wehrpflichtige bezieht, er spricht nur von Soldaten.
        Nicht das wir hier noch Thematiken einbringen die gar nicht
        vorhanden sind🙂 Is ja so schon explosiv genug🙂

  5. Helena schreibt:

    Gabriel und Martin hätten es nicht besser sagen können. Ich kann mich da nur anschließen. Und hoffen, dass es als konstruktive Kritik und nicht als Gegenschlag (wie es im kriegerisch-kämpferischen Diskurs, in dem ich nicht stehen will, der Fall ist) rüberkommt.

  6. Pingback: BLN.FM | Tränzzhennijall – Bauchschmerzen mit dem schwulen Mainstream

  7. martin schreibt:

    Ich kann es echt nicht glauben, was ich da alles im Aufruf lese. Ihr macht einen derart polemischen Wisch durch alle möglichen politischen Felder, völlig undifferenziert, kindisch und albern. Ich bin ehrlich schockiert. Es ist so wichtig für queere Inhalte auf die Straße zu gehen, gerade in Neukölln, wo das Machopotential sich im Alltag enorm auswirkt – doch ihr müsst ernsthaft noch zig andere Dinge mit durch die Mangel nehmen, mit denen ihr euch scheinbar kaum auseinandergesetzt haben könnt, sonst würden da nicht solch furchtbare und teils völlig realferne Parolen bei rauskommen, die schwarz/weiß-denkender nicht sein könnten. Der Aufruf ist fast durchgehend so selbstgerecht, dass ich wirklich nicht weiß, ob es noch „gut“ ist, den transgenialen CSD als politisch wichtige und differenzierte Alternative zum Mainstream-CSD anzusehen und zu unterstützen.
    Schade um die queeren Inhalte, die so wichtig zu transportieren bleiben, aber den Aufruf kann mensch echt nicht ernst nehmen …

  8. Silke schreibt:

    Ja, den Aufruf zum Transgenialen CSD empfinde ich leider auch überwiegend als plakativ und eindimensional im Sinne der Schwarz-Weiß-Schablone. Menschliche Realität geht anders, ist komplexer, widersprüchlicher und bunter als die Runterbrechung auf´s BÖSE-BÖSE vs. GUT-GUT-Schema.

    Ich werde gerade und trotzdem zum transgenialen CSD gehen, da ich davon ausgehe, dass die SchreiberInnen des Aufrufes nicht die Deutungsmehrheit innerhalb des Demozuges hinter sich haben, es also viel Platz für entspannt „links-alternative Mehrheits-AbweichlerInnen“ gibt;)

    Lasst euch nicht entmutigen und kommt. Es ist wichtig, dass der transgeniale CSD groß, bunt, politisch und divers bleibt. Wir sind alles gleich, wir sind alle anders.
    Wir sind auch eine Alternative!

  9. Doreen schreibt:

    Auch mich hat die Aggressivität und Einseitigkeit der Parolen ziemlich abgetörnt – danke für die Kommentare dazu, die genau meine Eindrücke widerspiegeln.

    Und über Judith Butlers Verhalten lässt sich auch streiten – klar ist es super, dass sie auf andere tolle Projekte hinweist und diese ins öffentliche Bewusstsein bringt – aber die Veranstalter der Preisverleihung so vor den Kopf zu stoßen – Künast die Laudatio auf sich halten zu lassen, um dann aus dem Nichts heraus ziemlich heftige Anschuldigungen gegen die CSD-Organisatoren loszulassen – ist ganz schön daneben.

    Und was heißt eigentlich „kommerziell“? Also ich musste nichts bezahlen, um am „kommerziellen“ CSD teilnehmen zu können. Und da das nicht als Demo durchgeht, müssen die Veranstalter enorme Summen für die Parade an die Stadt zahlen, und dafür müssen sie nunmal auch Wagen-Gebühren nehmen. Und wenn bei BVG und Co. Homo-Vereine zu Hause sind – warum sollen die dann nicht mit nem Wagen da mitfahren? Ist das allein schon kommerziell? Für mich ist es einfach ein Zeichen dafür, dass die „Hetero“-Normativität in immer mehr Bereichen unserer Gesellschaft Platz macht für anderes – Getreu dem wirklich schönen Motto: Normal ist anders!

  10. Eva schreibt:

    I just moved to Berlin from abroad and I don’t read German very well yet. It’s still tiring for me. I want to go to the TCSD and have a look for myself. It’s my first time and I like to go to a CSD that is not only about who dresses up nicest and about dancing and drinking. I would like to go to a CSD that is not a familyday (let’s have a look at the funny transvestites) for mainstream heterosexuals. Having fun is great in pride and celebration for who we are. So dressing up is great. And if heterosexuals come to support queers and understand that this is our day, then I can only be happy with that. I understand the need for activism against homophobia, sexism, racism, klassicism, war, etc. I don’t know if I will maybe find it a tad ‚too much‘ on a day that I want to mainly celebrate my queerness. A day on which I want attention specifically to queer rights . There is a place and time for everything, I think. I will have a look for myself and will also keep the comments of others here in the back of my mind.

  11. Tiffy schreibt:

    An Doreen: Ich teile Deinen Standpunkt nicht. Weiß nicht so recht, was du an den Parolen aggressiv und einseitig findest. Dass die deutsche Beteiligung am Afghanistan-Krieg vehement abgelehnt wird, findest Du das vielleicht zu einseitig? Nicht nett genug formuliert? Soweit ich weiß wurde das Thema außer von Judith Butler auf dem großen CSD nicht mal benannt. (Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.) Ich persönlich finde anderes aggressiv. Zum Beispiel, dass das Land in dem ich lebe in einen Krieg verwickelt ist. Aggressiv finde ich das Schweigen der Mehrheit der Bevölkerung, die sich nicht gegen das Töten auflehnt, die rein gar nichts dagegen sagt oder tut.
    Sorry, ich meine das jetzt nicht persönlich, aber in was für einer Welt leben wir denn eigentlich? Ist da nicht etwas mehr Engagement möglich? Ist es nicht notwendig, über „unseren“ lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, queeren Tellerrand hinauszuschauen? Letztendlich sind wir Menschen. Und als solche sollten wir uns gegen jede Form der Unterdrückung stellen – auch gegen Krieg, Rassismus, Antisemitismus oder soziale Ungerechtigkeit. Und durch unsere – sehr unterschiedlichen, aber doch gelebten – Erfahrungen von Diskriminierung sollten wir doch gerade in der Lage sein, uns in Menschen hineinzuversetzen, die durch „andere“ Formen von Unterdrückung betroffen sind. Ich weiß auch, dass ich keine_n dazu zwingen kann. Und ich hab auch nichts gegen die Leute, die auf den großen CSD gehen und dort Spaß haben. Ich finde es aber echt schade, dass viele schon so satt sind. Ähnliches gilt sicher für den Vorwurf der Kommerzialisierung. „Kommerziell“ wäre der große CSD nicht, wenn die ganzen Unternehmen und Parteien, die uns angeblich so toll finden, die Karossen für den Tag spenden würden, ohne im Gegenzug allem ihre Werbung überzustülpen. Aber das tun sie nunmal nicht. Kommerziell heißt, „auf Gewinnerzielung gerichtete“ Interessen zu haben. Und darum geht es Ikea, und um nichts anderes. Wenn ich mir die Webseite des CSD e.V. anschaue glotzen mich dort an: zwei Fluggesellschaften, eine Autovermietung, eine Bierbrauerei, zwei Schnapsbrennereien, ein Pharma-Riese, diverse Hotels und etliche Firmen mehr, die mich als Zielgruppe entdeckt haben.
    Da können die politischen Inhalte schon mal übersehen werden.

    • Doreen schreibt:

      Hey Tiffy, danke für Deine Rückmeldung zu meinem Kommentar. Inhaltlich stehe ich hinter den meisten Forderungen des TCSD. Aber der Art und Weise, wie diese vorgebracht werden, kann ich nichts abgewinnen. Durch abwertende Verallgemeinerungen (z.B. „verlogener politischer Diskurs“ usw.) wird meiner Meinung nach nichts gewonnen bei denen, die erreicht werden sollen (z.B. die Medien, wenn es um die Berichterstattung über Pädophilie geht usw.). Es wird eine extrem angreifende polemische Sprache verwendet, die nur dazu führt, dass die Angesprochenen sich abwenden. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was wir wollen, bzw. was ich will. Ich will, dass die Leute den Forderungen zuhören, und ihnen offen gegenüber stehen. Und niemand steht Forderungen offen gegenüber, die mit Abwertung und Angriffen einhergehen. Wer gehört werden will, muss selbst offen sein (z.B. für Gegenargumente) und dies auch signalisieren. Das ist in den Forderungen hier oben nicht geschehen, sondern dort wird pauschalisiert verurteilt, und niemand, den es betrifft, wird sich damit ernsthaft auseinandersetzen.

      Zur Kommerzialität des „großen“ CSD: jetzt verstehe ich, was damit gemeint war. Hm, das würde ich jetzt auch nicht so pauschal verurteilen, dass da Unternehmen Werbung machen, aber das ist glaub ich eher eine Frage der Grundeinstellung zu unserer Gesellschaftsform. Insgesamt wäre es natürlich netter, wenn die besagten Unternehmen die Kohle spenden würden an kleinere „politisch korrekte“ Vereine, damit diese beim CSD auf sich aufmerksam machen können. Kann man ja mal vorschlagen .-)

  12. Martina schreibt:

    Komisch,noch nie habe ich im Internet so viele Beiträge aufeinander Bezug nehmen sehen… merkwürdig…
    Also, ich resümiere: Butler iss voll wichtig, das Thema von dem sie und wir seit Jahren reden- Rassismus- iss falsch, hää? Gegen den Krieg zu sein auch? Habe nicht gelesen, dass den Bundis Mordlust unterstellt wird, sondern gerade die ökonomischen Zwänge sollen doch angegangen werden!

  13. Andreas schreibt:

    Hallo,
    auch ich finde den Aufruf eher abschreckend.
    Es geht doch um eine queere Demo, also die Themen Homophobie und soziale Verdrängung. Ok, auch die Themen Toleranz, Integration und Chancengleichheit für Migranten gehören dazu.
    Aber wieso denn das Thema Krieg? Das gehört wohl eher auf eine linke Demo. Wen meint Ihr denn mit den Verfolgten Afghanistans? Die ach so toleranten und schwulenfreundlichen Taliban?
    Also ich finde, die Themen Krieg, Klima und Kapitalismus auch wichtig, aber Sie gehören nicht zu unseren queeren Kernthemen.
    Werde trotzdem hingehen, da mir der normale CSD auch zu viel Party und zu wenig Demo ist.
    Andreas

  14. Stefan schreibt:

    Ich möchte auch mal Bezug nehmen und zwar auf das Stichwort Kommerzialität, das von Doreen genannt wurde.
    Die interessante Frage, die man sich stellen muss ist doch im Zusammenhang CSD gar nicht unbedingt, was ist nun die passende Definition für „kommerziell“.
    Die Frage, die sich mich mir bei dieser Veranstaltung, zu der ich seit etlichen Jahren nicht mehr hingehen mag, immer wieder stellt: Wo ist das POLITISCHE bei einer Kreuzung aus Karnevalsumzug, Love Parade, Kaffeefahrt mit Produktpröbchen und Merchandiseverteilungsmaschinerie und last but not least dem immerwährenden Bemühen, für die Abschlußkundgebung ein Programm zusammenzustellen, dass zwischen „Er gehört zu mir“, Engelsflügeln der Moderatoren und anderen homo-Klischees dümpelt?? Nächstes Jahr kommt Mario Barth mit Engelsflügeln, weil er ein paar Homowitze in sein Repertoire aufgenommen hat?
    Ich bin 1978 geboren, dem Jahr der ersten „Parade“ in Berlin und frage mich öfters, mit welchem Mut es damals verbunden gewesen sein muss (obwohl lustig buntes West-Berlin), damals auf die Strasse zu gehen und jedem Passanten zu signalisieren, dass man eben nicht in irgendeine heteronormatives Weltbild passt und auch nicht passen will. Sollte man gedanklich in punkto CSD nicht mal an dieser Stelle ansetzen, anstelle sich zu überlegen, was man anzieht, um dann im Marathon plörrige Caipirinhas oder dubios-farbige Bier-Derivate einer ehemals Bremer Brauerei runterzukippen? Und was gibt mir der Wagen einer großen Firma oder der BVG, wenn sich Ihre Engagement daruf begrenzt, mit mannshohen Werbebannern einmal effektvoll unter dem CSD-Aspekt in der Presse zu sein, während sich das Firmenengangement in Richtung queerer Themen darauf begrenzt, einmal im Jahr den lustigen Tunten ein FUNPACK mit ein paar Produktpröbchen und Anstecknadeln oder Buttons zu überreichen? Da geht es nur im Image, Marketing und Gewinn, weil ja hinterher alle die Marke wiedererkennen und ihr nächstes „queer-friendly“ Bett beim dem Möbelhaus mit der blau-gelben Wellblechhütte in Spandau oder Tempelhof kaufen. Und das ist dann echt und original kommerziell!
    Man kann jetzt lange darüber lamentieren, ich gehe dann lieber heute auf den transgenialen CSD. Abschließend bleibt mir nur zusammenzufassen: Der kommerzielle CSD sollte auf unsere Toleranz in punkto Kommerzialität hoffen, (an der will ich im übrigen auch gar nicht wirklich arbeiten, da toleriert man heute eh schon genug) sondern sollte sich seiner Wurzeln bewußt werden. Dann klappts vielleicht auch mit einer Genehmigung als politische Demo, anstatt Schützenfest mit Regenbogenfahnen.

  15. draco schreibt:

    Nun möchte ich doch auch einmal etwas loswerden. Zugegebenermaßen gehöre ich auch eher der kommerziellen Partywelt an, die zu stumpfsinnigen Beats tanzend, mit einem gesetzlich ungeregelten Promillegehalt beim CSD durch Schöneberg zieht, Fleisch beschauend und albern seiend. Dennoch gibt es ja eben nicht nur schwaz und weiss, so bin auch ich informiert, liebe meine Bekannten aus dem Tuntenhaus und die die das alles auf die Beine stellen. Auch sonst beschränkt sich mein Bekanntenkreit nicht nur auf Berghain, Kitty und Gmf Leute, Supamolly, Tuntenhaus, SO sind ebenso dabei.
    Nun habe ich mir die Frage gestellt , weil ich es wirklich nicht weiss, ob die Thematik des TGCSD nicht auch eigentlich schwerpunktmäßig auf den Rechten, Problemen und Ängsten von Schwulen und Lesben liegt, oder einmal gelegen hat. sollte dies niocht so sein und nie so gewesen sein, dann entschuldige ich mich gleich für diesen Eintrag.

    Doch wenn ich die Mottos hier lese, dann lese ich den Aufruf zu einer Linken Demo die sich mit den Problemen der Welt auseinandersetzt die vorhanden sind und die , radikal oder nicht , angesprochen werden müssen und sollten.

    Aber das Thema Homosexualität kommt so gut wie gar nicht vor, was ich bei einer Veranstaltung die die Buchstaben CSD in sich trägt schon seltsam finde.
    Wie gesagt ich weiss es wirklich nicht, weil ich es vorher nie verfolgt habe. Wenn es schon immer um die Weltprobleme ging (oder die Deutschlands) und nicht als Schwerpunkt um uns Schwule und Lesben, dann vergesst diesen Eintrag

  16. Magnus schreibt:

    Die beiden Aufrufe zum TCSD sind für mich schon beinahe ein Grund, nicht mit auf die Straße zu gehen. Wo „der Widerstand“ zum Ziel politischen Handelns verkommt müssen anscheinend platte politische Parolen und simple Polarisierungen herhalten, um die richtigen Fronten erst einmal herzustellen. Etwas mehr Differenzierungsvermögen und etwas weniger politischer Rundumschlag würden dem wirklich Aufruf gut tun. Die vielen kritischen Kommentare dazu sollten den Verfassern allerdings zu denken geben und sind für mich eine echte Ermunterung, doch hinzugehen: In der Szene gibt es viele, die sich einen politischen CSD wünschen, dabei ihr Denken aber nicht auf schwarz/weiß umstellen wollen und unter politischem Diskurs etwas ganz anderes verstehen. Auf die freue ich mich schon…

  17. Stephan schreibt:

    Ich wollte auch hingehen – um zu zeigen, dass es auch anderes schwules Leben gibt, als dass, dass sich in Konsumtempeln und schicken Mitte-Bars rumtreibt.

    Aber ich werde mich nicht für linke KAMPF-parolen instrumetalisieren lassen… „Wir sind ja so anders…“ lese ich da. Nein! – seid ihr nicht! Ihr benutzt die gleichen Parolen und legt die gleiche Militanz an den Tag, wie die gegen die ihr vorgebt zu demonstrieren.

  18. frank schreibt:

    Ich bin weis Gott nicht für den Einsatz in Afganistan, aber wer sich so abfällig über die getöteten Soldaten äußert, disqualifiziert sich selbst. Ich entschuldige mich bei den Angehörigen und hoffe, daß diese menschenverachtende Darstellungen nicht von der Mehrzahl der Schwulen und Lesben mitgetragen wird.
    Ich finde es eine Schande, das so ein linksextremistischer Aufmarsch unter der Fahre eines CSD veranstaltet wird. Was ich hier lese, ist meiner Meinung Propaganda der übelsten Sorte.
    Früher hatte der transgeniale CSD als Gegenbewegung zum kommerziellen CSD durchaus eine Daseinberechtigung. Heute bleibe ich bewusst dieser Veranstaltung fern.

  19. Isabelle schreibt:

    Ich verstehe nach wie vor nicht, warum pauschal alle Transgender etwas gegen Heteronormativität haben sollen. Ich meine klar, ich unterstütze die ganze aktion weil ich Bisexuell bin. (Ja bin selbst betroffen)
    Aber für mich sieht es so aus, das Menschen die meinen, alle Transgender seien gegen Heteronormativität, offenbar selbst nicht kapiert haben was beispielsweise Transsexualität ist, welche ja zu Transgender dazuzurechnen ist.

    Sicherlich gibt es einige die sich selbst als „drittes“ geschlecht ansehen und den nötigen Respekt dafür fordern, was ich auch sehr gut finde, da das höchste Gut die Freiheit für alle ist (Die eigene Freiheit geht so weit wie ich die Freiheit von anderen nicht einschränke). Aber pauschal allen Transgendern zu unterstellen sie wollen als drittes geschlecht respektiert werden ist nicht möglich, das zeigen vor allem die unmengen der Transsexuellen die vollkommen angepasst in ihrem ich sage mal neurologischem Geschlecht leben.
    Ich will damit nicht spalten, das geht ja auch garnicht. Die jenigen die sich mit dem Kampf gegen Heteronormativität identifizieren können sind sowieso nicht die jenigen von denen ich spreche. Für die jenigen, die sich mit der Aussage jedoch nciht identifizieren, empfinde ich es schonwieder als diskriminierend das sie einfach ungefragt mit dazugerechnet werden. Und sehe darüber hinaus nicht, inwiefern diese bewegung zur Aufklärung von beispieslweise Transsexualität helfen soll, wenn die Aussage doch ist, man protestiere als Transgender gegen das simple Männlein/Weiblein denken. So gesehen wenn es kein männlein/weiblein mehr gäbe, woher soll dann ein transsexueller Mensch wissen, ob er eine männliche oder weibliche Geschlechtsidentität hat?

    Die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Erhaltung der Freiheit für alle, sollten meines Erachtens nicht zwangsweise an Forderungen wie beispielsweise der Auflösung der Heteronormativität gebunden werden. Zumindest dann nicht, wenn man alle Transgender mit zu den Unterstützern zählen will.

    lg
    Isabelle

  20. Smitty schreibt:

    Tja was soll man sagen. Gestern wurden einige eines besseren belehrt. Wenn ihr nicht für linke schwullesbitransqueer-Werte eintreten wollt, dann geht doch weiterhin zum CSD und nicht zum TCSD. Die Teilnehmer_innenzahl von gestern hat doch deutlich gezeigt, dass auch viele Menschen mit derart „platten linken“ Parolen ganz gut klarkommen. Wer durch so etwas verschreckt wird, ist beim CSD besser aufgehoben als bei uns.

    • draco schreibt:

      Leider muss ich dir sagen Smitty das dem eben nicht so war, bzw das Bild ein falsches wahr. Ich war ebenfalls da und ja es war gut besucht.
      Aber als ich als Besitzer eines Smartphones mittlerweile meinen Bekannten und Leuten die ich dort getroffen habe die Homepage mit den Mottos gezeigt habe, waren alle durchweg schockiert weil die Themen , wie hier auch genug schon diskutiert , rein GAR NICHTS mit CHRISTOPHER STREET DAY zu tun haben.
      Dann nennt die Vernastaltung Homosexuelle gegen Unrecht HGU. Es sind nicht die vielen Besucher gewesen die mit den „platten linken Parolen“ klargekommen sind…es sind die wahrscheinlich mehr als 50% die sich die Homepage und den Aufruf gar nicht durchlesen, weil sie denkendas der TCSD, wie er es einmal war ein unkommerziellen Gegenstück zum CSD ist.
      Druckt einfach mal Flyer mit diesen Mottos beim nächsten Mal und drückt sie den Besuchern bewußt in die Hand. Und dann beobachtet die Reaktionen derjenigen. Vielleicht öffnet das ein wenig die Augen….
      Und so sind die CSd Gäste, schwul wie lesbisch oder hetero eben auch….wenn sie erstmal da sind und dann merken was für Reden geschwungen werden, stehen sie die Zeit auch noch durch bis die Strassenparty losgeht…
      Werdet mottomäßig bitte wieder ein antikommerzieller CSD wo es, und NUR, um Schwule und Lesben geht wie sich das für einen CSd gehört. Die Opfer die die gleichgeschlechtlichen damals beim CSD in New York gebacht haben gehören nicht für ein Thema wie den Afghanistan Einsatz instrumentalisiert.

  21. Claudia schreibt:

    Liebe Isabelle,

    die meisten Transsexuellen sind nicht gegen die Heteronormativität und sind für die Zweigeschlechtlichkeit. Viele Transgender und auch eine kleine Minderheit von Transsexuellen behaupten wir wären gegen Zweigeschlechtlichkeit und wollen keine geschlechtsangleichenden Operationen(Geschlechtsumwandlung sagen nur Nichttranssexuelle). Das stimmt aber nicht. Die meisten Transsexuellen, wenn sie „passen“ können leben lieber unauffällig und verborgen im gewünschten Geschlecht. Und gehen nicht zum CSD und erst recht nicht zum transgenialen CSD mit diesen Freaks, Clowns und Selbstdarstellern haben wir nichts zu tun. Wir, die meisten Transsexuellen(60%-70%) wollen die geschlechtsangleichende Operation da wir eine andere Körperlichkeit haben wollen. Ich selbst habe seid 1986 eine geschlechtsangleichende Operation und bin glücklich und habe hart um die Operation kämpfen müssen um diese zu bekommen. Transgender, die uns Transsexuelle so in der Öffentlichkeit fremd repräsentieren wünsche ich alles Schlechte. Ich möchte auf keinen Fall von nichttranssexuellen Schwulen, Lesben und Transgendern vertreten werden.

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