*** AUFRUF 2012 ***

LASST ES GLITZERN…
°°°ANTIFASCHISTISCH – QUEERFEMINISTISCH – ANTIRASSISTISCH – SOLIDARISCH°°°
::: Transgenialer CSD :::
Samstag 23.06.2012

Treffpunkt 13 Uhr, Elsenstr./Am Treptower Park (vorm Treptower Park Center)
18 Uhr: Abschlusskundgebung am Heinrichplatz: Bühne mit Redebeiträgen, Performances, Musik und Infoständen

*** AURUF DER TCSD-ORGA 2012 ***

(english coming soon!)
Der Aufstand in der Christopher Street 1969 steht symbolisch für emanzipatorische LGBTQI Kämpfe weltweit.

Widerstand ist unumgänglich – solange wie Sexismus,
Rassismus, Patriarchat, Kapitalismus, Klassismus,
Antisemitismus, Trans- und Homophobie zum Alltag
gehören! Die bestehenden Machtverhältnisse müssen
solidarisch und gemeinsam bekämpft werden !

Diese Unterdrückungsmechanismen hängen miteinander zusammen. Sie
werden von allen ausgeübt und betreffen Menschen über kulturelle, religiöse und soziale Grenzen hinweg, in unterschiedlichem Ausmaß.
Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen! Diskriminierungen verschiedenster Art gehen uns alle an und müssen gemeinsam bekämpft
werden!!

Der im Nationalsozialismus verschärfte § 175 stellte explizit männliche Homosexualität unter Strafe. Auch jede weiter Form ‘abweichender’ Sexualität wurde im Faschismus mit Repression verfolgt. Seitdem wurde sich viel erkämpft – doch gibt es weiterhin Kontinuitäten! – zB durch medizinische Klassifizierung.

Durch diese werden alle, die vom heterosexuellen Zweigschlechtersystem
abweichen, schnell und oft pathologisiert: beispielsweise im Transsexuellengesetz, das dies als Krankheit beschreibt.
Dieses Weltbild kann tödlich sein: beispielsweise auf der Strasse, durch Abschiebung, in der Psychiatrie, im Knast…
Doch als Queers sind wir -egal wo auf dieser Welt – dazwischen und mitten
drin, uneindeutig, und vielfältig.

Der diesjährige tCSD steht im Zeichen
queerfeministischer Solidarität entgegen der
faschistischen Kontinuitäten und Entwicklungen.

Solange das Patriarchat – als institutionalisierter Sexismus – Realität ist, hat sich Feminismus mit dem Begriff Queer nicht erledigt! Für eine Welt ohne Einordnung in (Geschlechts)Kategorien und ohne alltäglichen, gewaltsamen, frauenfeindlichen Sexismus! Queer-Feminismus heißt, sich gemeinsam gegen Trans*- und Homophobie zu stellen, Haß gegen Frauen, sexuelle Gewalt sowie unterschiedliche Lohnzahlungen aufgrund einer Geschlechtszuordnung zu bekämpfen.

Rassismus äussert sich auf vielen Ebenen. Z.B. in der deutschen Abschiebepraktik, in der unaufgearbeiteten Kolonialgeschichte und in der menschenunwürdigen Unterbringung von Menschen in Lagern und Knästen. Auf dem neuen Flughafen BBI wird ein Abschiebeknast direkt mitgebaut. Abschiebehaft ist die konsequente Fortführung des gesellschaftlichen
Ausschlusses von Migrant_innen und Flüchtlingen!
in Sprache und Zuschreibungen aufgrund von Herkunft und Hautfarbe kann sich Rassismus äussern – auch das ist eine Form von Gewalt. Diese kann von Behörden und anderen institutionellen Einrichtungen – aber auch von Einzelpersonen ausgeübt werden.
Zugang zu kulturellen, sozialen und ökonomischen Ressourcen der Gesellschaft werden aufgrund von Diskriminierungen verwehrt. Lasst uns institutionellen Rassismus aufdecken, den eigenen erkennen und gegenseitige Unterstützung geben!
Lasst uns solidarisch sein mit unseren verschiedenen Kämpfen! Jeder Kampf braucht Verbündete. Individuelle Selbstbestimmung steht nicht im Gegensatz zu gemeinschaftlicher Verantwortung und Aktivismus.

Das kapitalistische System ist aufgebaut auf sozialer
Ungleichheit. Die Kämpfe von Queers müssen auf mehr zielen,
als das Erringen derselben Rechte der dominierenden
heterosexuellen weißen Mittelklasse!

Lasst uns zusammenhalten! Mit unseren unterschiedlichen Backgrounds und Lebensrealitäten!
Lasst uns Strategien entwickeln, wie wir uns solidarisch im Alltag, Arbeit, Behördengängen usw gegenseitig unterstützen!

Für die Abschaffung der Zweigeschlechterordnung!
— gegen Heteronormativität
Sofortige und ersatzlose Streichung der Kategorie „Geschlechtsidentitätsstörungen“ aus den gängigen
 Krankheitskatalogen (DSM und ICD)!!
Gegen jede Trans*pathologisierung!
Anerkennung von Homosexualität und Transsexualität
als Asylgrund !!
Bleiberecht für alle! Abschaffung der Residenzpflicht und der erzwungenen Heimunterbringung!
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – für Alle!!
Patriarchat und Klassismus bekämpfen!!

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Über transgenialercsd

Der Transgeniale CSD finde jedes Jahr am letzten Samstag im Juni im Gedenken an den Christoper Street Day statt. Er erinnert an den ersten, bekannt gewordenen Aufstand von Lesben, Schwulen und anderen queeren Menschen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Es kam in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei.
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